Seerosenglück

Seerosenglück

Kaum ein Blütenspiel
Gibt uns so viel:
Wenn über hundert Rosen
Den Gartenteich umkosen.
Vor Wochenfrist
Die erste Blüte gesprungen ist.
Dann tauchten aus tiefem Grunde
Zur späten Maienstunde
Aus dem Weiher Knospenspitzen.
Wasserfrösche dazu sitzen
breit auf  grünen Tellerrund
Warten dort mit lautem Mund
Auf viel leckere Beute
gestern schon und wieder heute.
Mit der vollen Sonne
Macht Blühen richtig Wonne.
Dass ein Monet den Pinsel holte,
Weil er das Schönste malen wollte,
kann jeder dann sehr gut verstehen,
 darf er Blütenmeere sehen.
Wer ist die schönste hier im Teich? -
Mir scheinen sie fast alle gleich.
Doch so viel Blüten auf einmal
Das ist und bleibt phänomenal.
Seerosen müssen auch verblühn,
Ihr Blattwerk bleibt nicht ewig grün.
Doch heute – scheint mir – ist der Tag,
da Nymphaea nur noch blühen mag.

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Metamorphose

Metamorphose

Jetzt so um Mitte Mai
Ist die alte Larve dabei,
Aus dem Teich hochzuklettern
Gern bei sonnigen Wettern.
Ein Binsenhalm –
oder der Stiel einer Irisblüte
gibt dem Schlupf
wohl sichere Güte.
Mit letzter Kraft
Ist es dann geschafft.
Sie klammert sich fest
Für den Larvenzeitrest.
Eine Stunde verstreicht
Hinten am Kopfe da zeigt
Sich ein breiter Riss:
Jetzt ist es gewiss
Die Libelle will schlüpfen
Ihr Geheimnis bald lüften. Weiterlesen

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Herzzerreißend

Herzzerreißend

Wie schön ist doch die Autonomie
Für den mit eigenem Federvieh.
Gemütlich klingt die Gackerei
Nur lauter, wenn gelegt ein Ei.
Der stolze Hahn kräht auf dem Mist,
Da weiß Huhn, wer der Herr hier ist.
Das Hühnervolk könnt glücklich sein,
Griff nicht der böse Vogel ein.
Ein Bussard sieht das Hühnerglück
Von oben her mit scharfem Blick.
Schon treibt er eines in die Enge
Und seine scharfen spitzen Fänge
Ergreifen schnell das arme Huhn.
Der Schnabel hat den Rest zu tun.
Die Federn werden rasch gerupft
Und erstes Fleisch dem Bauch entzupft.
Ich komm zu spät – kann nichts mehr retten -
Seh nur noch diese Meuchelstätten.
Vergrab das Huhn und bin so traurig -
Was ich erlebt, war einfach schaurig.
Ich weiß dazu, dass irgendwann
Der Habicht stürzt – ein Huhn ist dran.
Er reißt das Tier und mir das Herz.
Ich bin ganz taub vor lauter Schmerz.
Ein dichtes Gatter muss wohl her.
Den Freilauf gibt es dann nicht mehr.
Das Hühnerleben wird bescheiden -
Dafür braucht keines mehr zu leiden.
Für Freiheit ist der Preis zu hoch.
Das Opferblut das zeigt es doch.
Den Habicht möchte ich nicht mehr füttern -
Den Hühnerfrieden nicht erschüttern.
Manch Huhn entspannt am Boden scharrt
Gesichert gut durch Maschendraht.
Was nützt dem Huhn die große Wiese,
Kommt angeflogen dieser Fiese?

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Wilde Bienen

Wilde Bienen

Mit den ersten Sonnenstrahlen
So um Ostern im April.
Öffnen sich die Blütenschalen.
Locken Bienen an das Ziel.

Ein Jahr lang hat es gedauert
Von dem Ei bis zum Insekt.
In der Röhre eng gekauert
Hat die Larve tief gesteckt.

Aus den Kammern kriechen Bienen
Meistens braun mit reichlich Haar.
Diese Tiere sie verdienen
Unsre Achtung immerdar.

Als Bestäuber aller Blüten
Sorgen sie für Samengut.
In den Löchern, wo sie brüten
Pollen für die Larven ruht.

Manche Blume müßte sterben,
käm die wilde Biene nicht.
Ihre Frucht würd sonst verderben.
Doch die Biene kennt die Pflicht.

Bunte Welt der tausend Pflanzen,
Die der Landschaft Farbe sind,
Freuen sich, wenn Bienen tanzen,
Denn sie sind Bestäuberkind.

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Im Diamantenfieber

Im Diamantenfieber

Gestern
haben Ballonblumen
Regentropfen gejagt.
Die zartfrischen Sprosse
Haben es einfach gewagt,
fallende Kugeln
In Blätterkelchen aufzufangen.
Nun funkeln sie dort
im milden Abendlicht
Diamanten
an grünen Wangen.
Der Schmuck nur geliehen -
Der Wind holt ihn sich zurück.
Im Spiegel kam zum Glühen
das hellste Wasserglück.
Momentenhaft gezaubert -
so klar und lupenrein -
es hat nur kurz gedauert:
Ein Spiel
Mehr wollte es nicht sein.

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Ausgeblüht

Ausgeblüht

Morgen will der Maien kommen -
Hat sich vieles vorgenommen
Die Palette wird noch bunter
Vogellieder tönen munter
Fröhlich wächst die nächste Zeit
Natur vertreibt die Einsamkeit.
Tulpen sind nun ausgeblüht.
Ihr Feuer ist dann doch verglüht.
Der nächste Wind, ein Regenguss -
Dann fällt, was einfach fallen muss.
Was war die Blüte früher schön
So edel vornehm anzusehn.
Jetzt wächst die Samenschote vor -
Braucht keinen bunten Blätterflor.
Es schwillt die Frucht – das ist Gewinn
Gibt Tulpenzukunft neuen Sinn.
Noch einmal strahlt die Blütenpracht,
Weil ja die Sonne wärmend lacht.
Das späte Antlitz, das sich zeigt,
Ist Reife, die sich hier verneigt.

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It’s springtime!

It`s springtime!

Weidenkätzchen im Silberhaar
Waren vor Wochen schon wieder da.

Im Garten muss ich in Schlaufen laufen
rund um die frischen Maulwurfshaufen

Aus der Haselnusshecke bläst mir der Wind
Ein Meer aus Pollen so ganz geschwind.

Meisen machen ersten Wohnungscheck.
stoßen leider auf viel Vorjahrsdreck.

Bei den Kröten drückte schon mächtig der Laich.
Doch nächtlicher Frost stört die Hochzeit am Teich.

Bei den duftend blauen feinen Veilchen
Bleibe ich doch noch ein kleines Weilchen.

Buschwindröschen mit ihren zarten Blüten
Buchenwälder am Boden vergüten.

Rhabarber drückt aus der Tiefe mächtig -
Das erste Blatt wird so dick und prächtig.

Gänseblümchen lachen seit Tagen ins Licht,
Eh der Rasenmäher ihr Köpfchen bricht.

Tulpen sind stolz – zeigen gern Eleganz
Doch schnelles Verblühen raubt ihren Glanz.

Im Gemüsegarten gibt es nun viel zu tun,
Da darf die Hand des Gärtners kaum noch ruhn.

Samen wollen keimen – sie brauchen die Erde,
damit für uns später die Ernte reich werde.

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