Die alte Tür

Die alte Tür

Das Backhaus steht fast seit zwanzig Jahr
im Herzen von unserem Garten.
Es hatte eine Eingangstüre zwar,
die jedoch mit Reizen sparte.
Aus Aluminium gebaut mit Pressglas bestückt
sie war damals auch nicht neu,
aus einer Anzeige gepflückt.
Das Backhaus entwickelte immer mehr Charme
mit Requisiten alter Zeiten.
Doch der Eingang der blieb arm –
wollte wenig Freude bereiten.
Dann kam die Idee mit der alten Tür.
Feilgeboten wurde sie übers Netz.
Aus der Eifel kam sie zu mir.
Für wenig Geld gehört sie mir jetzt. Weiterlesen

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Renaturierung

Renaturierung

Ein Baumstamm, zersägt und portioniert
am Ende dann zum Zaunpfahl wird.
Damit das Viehzeug nicht ausbricht,
macht Stacheldraht die Weide dicht.
Am Anfang ist der Pfahl ganz nackt,
bis die Natur ins Schicksal packt.
In Wind und Wetter nach vielen Tagen
fängt die Zersetzung an zu nagen.
Verwittert zeigt das Holz bald Risse
Manch Vogel hinterlässt hier Schisse.
Krempen aus Eisen rosten im Regen.
Doch Moose und Flechten bringen Segen.
Sie wachsen über morschigen Grund.
Der Weidepfahl wird lebensbunt. Weiterlesen

Tote Blüten

Tote Blüten

Unterm Birnbaum regnet es beträchtlich.
Ein schwacher Windhauch wirkt so mächtig,
dass tote Blütenstiele brechen –
wie brauner Schnee sind all die Flächen,
wo tagelang hier Leichen fallen.
Doch dieses Schicksal droht nicht allen.
Vielleicht eine aus tausend ist befruchtet
Ihr Blütenbauch scheint rund gebuchtet.
Da wächst nun eine kleine Frucht.
Die Biene hat sie gut besucht.
Was hat der Birnbaum toll geblüht!
Die ganze Krone grell geglüht
vor lauter Weiß wie lang nicht mehr.
Sah ich je zuvor solch ein Blütenmeer?
Doch diese Pracht ist nicht von Dauer.
Ich fühlte fast ein wenig Trauer,
als runter fiel viel weißer Schnee.
Die Kronenblätter sagten ade. Weiterlesen

Fast nichts im Wege

Raues Gestein in allen Größen
liegt auf dem Weg mir tief zu Füßen.
Jeder Schritt der knackt und kracht,
weil meine Sohle Druck hier macht.
Wie anders fühlt der Weg im Wald,
wo gar nichts – nur ein Ast mal knallt,
wenn ich auf ihn den Fuß schwer setze
und sein Skelett brüchig verletze.
Sonst kann aus Moos und Blätterschichten
ein weiches Bett sich hier einrichten.
Doch schnell zurück zum harten Pfad,
der immerzu nichts Zartes hat.
Daneben ist die Pflanzenwelt
Nur sehr bescheiden aufgestellt.
Flaches Gesträuch im Felsenmeer
duckt lückenhaft, ist dornenschwer. Weiterlesen

Vor dem Abflug

Vor dem Abflug

Ein Maientag der besten Sorte
ich stehe fröhlich an dem Orte,
wo grüne Frösche quaken laut
und ein Insekt steigt aus der Haut.
Als es der Hülle dann entsteigt,
hab ich mich zu ihm hin geneigt.
Ich strecke ihm bald meine Hand.
Die Frischgeschlüpfte darauf fand
für sich einen Platz
schön an der Sonne
Für beide war es eine Wonne.
War es ein Plattbauch oder Vierfleck?
Bestimmungsroutine war leider weg. Weiterlesen

150 Millionen

150 Millionen

Eine Yacht liegt fest im Hafen
ganz ruhig dort, fast schon verschlafen
Sehr stylisch erscheint mir ihr Design
alles exklusiv oder doch mehr zum Schein?
Als ich sie sah, war mir nichts bekannt.
Ich urlaubte in einem fremden Land.
Der Yacht gegenüber
dümpelte ein Kreuzfahrtsschiffkoloss –
von unten betrachtet unwirklich groß.
Ansonsten kleinere Boote in üppiger Zahl
Vallettas Hafen ist hier wohl erste Wahl.
Die schneeweiße futuristische Yacht
hat mein Interesse immer mehr entfacht.
Ich konnte ihren Namenszug so grad erkennen
Bald sollte ich sogar den Besitzer benennen.
Ein Milliardär aus dem fernen Indien
darf auf dieser Yacht jederzeit sündigen. Weiterlesen

Papilio

Papilio

Die Leichtigkeit des frohen Seins
liegt hier weit außerhalb des Weins.
In frühlingshaften, lauen Lüften
aromenhaft gewürzt mit Düften
will er aus tausend Blütenmündern,
den süßen Nektar saugend plündern.
Er tanzt im Wind, gaukelt ins Freie
zieht flatternd Kreise immer neue.
Er schaukelt trunken hin und her
dann segelt er schwerelos gen Meer.
Doch bald schon kehrt er gern zurück.
Denn nur an Land findet er sein Glück.
Ob Fenchel, Dill oder die wilde Möhre
die aufgerollte lange Röhre
ist schnell gestreckt zum Blütengrund
schleckt süßen Saft tief in den Mund. Weiterlesen

Farbengewitter

Farbengewitter

Es war einfach nur braches Land,
wo ich ein Farbenmeer jüngst fand.
Dies Blütenfeuer sah ich erst spät,
weil Strauchwerk schirmend davor steht.
So war der Anblick wie ein Knall
ein Farbengewitter überall.
Klatschmohn, Wucherblume, süßer Klee
nur lauter Blüten, wohin ich seh.
Ein kleines Stückchen von dieser Erde
in paradiesischer Gebärde.
Lässt man Natur nur einfach walten,
kann sich von selbst so was entfalten,
wo ich ein Wort wie wunderbar
gern nehmen möchte hier fürwahr.
Leider ist dieser Blütenwiesenfleck
unendlich weit von zu Hause weg. Weiterlesen

Nur einen Mittag

Nur einen Mittag

Vor ein paar Tagen
da lagen
ganz viele blaue Blüten
mir tief zu Füßen.
Ich kannte sie noch nicht
denn solch ein Frühlingslicht
hatte ich hier noch nicht erlebt.
An diesem Morgen schwebt
sonnige Luft über allen Wegen.
Der frühere wohltätige Regen
hat überall Blumen geweckt.
Selbst im steinigsten Pfad
da hat
es manche Blüte gewagt,
ihr schönes Gesicht zu zeigen.
Ich muss über sie steigen,
um sie nicht zu erdrücken.
Lieber will ich mich bücken,
um ihr nahe zu sein –
gemeinsam im Sonnenschein. Weiterlesen

Der gefleckte Walzenskink

Den Frühling auf einer fernen Insel erleben,
das kann soviel Neues am Wegrande geben.
Die letzten Tage war mein Blick zum Boden gerichtet.
Überall wurde von mir ganz Unbekanntes gesichtet.
Kaum eine Pflanze konnte ich sofort benennen.
Woher sollte ich sie auch nur kennen?
Erstmals lief ich heute und hier ja umher.
Jede Art von Diagnose fiel mir schwer.
Die ausgetauschte Pflanzenwelt war die eine Seite.
Auch die Analyse der Tierfauna führte zur Pleite.
Dort war ich zwar näher an der Identifikation dran.
Aber Genaueres über die Arten verschob ich auf irgendwann. Weiterlesen