Kornblumenblau

Kornblumenblau

Kornblumenblau,
wohin ich auch schau,
sind die Feldraine geschmückt,
wenn es mir glückt,
sie noch zu finden.
Denn Blühsäume schwinden
schnell wie das Gletschereis –
denn das Klima bleibt heiß.
Als kleiner Knirps waren die Felder noch bunt.
Schnell hielten meine Hände einen Bund
aus Kornblumen, Kamille und Mohn.
Er war als kindlicher Lohn
für die liebe Mutter gedacht.
Sie hat so dankbar gelacht.
Heute finde ich das Kornblumenblau
umglitzert vom Morgentau
leider nur noch sehr selten
in den Agrarwelten. Weiterlesen

Nach dem Sonnenuntergang

Der Feuerrand der Sonnenscheibe
sucht sinkend eine neue Bleibe.
Am Horizont schwindet viel Glut
Äther verliert minütlich Blut.
Solch Untergang wirkt wie ein Ende –
als gäbe es nunmehr die Wende.
Der Tag verliert sein Sonnenlicht.
Zum Dunklen letztes Rot zerbricht.
Am Himmel treiben Wolkenketten
als ob sie keine Heimat hätten.
Gemächlich ist heut ihre Flucht.
Doch jede wohl das Weite sucht.
Zur Ruhe kommt hier diese Welt,
nur Mondenlicht bescheiden fällt
auf schlafend Feld und schwarzen Wald,
wo nur der Eulenruf mal hallt. Weiterlesen

Der alte Roller

Der alte Roller

Der greise Roller könnte mein Alter haben.
Vielleicht ist er mir sogar um Jahre voraus.
Sein Äußeres schminkt viele kleine Narben.
Leicht angelehnt am Zaun steht er neben dem Haus.
Der Roller kannte sicher gute, alte Zeiten
Da drehten beide Räder wohl so richtig rund.
Er durfte Kindheiten jahrzehntelang begleiten
Die Straßen damals autoleer –
nicht nur zur Mittagsstund.
Was könnte dieser Roller uns Vergangenes berichten –
als er ganz neu war und so heiß begehrt.
Er rollte wohl nicht in den allerärmsten Schichten.
Denen blieb solch ein Spielzeug meist verwehrt.
Der Lack ist ab, der Name unkenntlich verblichen.
Am Rad hockt pickelhaft der braune Rost.
Mit heute tüv-geprüften Rollern sonst verglichen,
ist dieser alte Roller nur noch Holzwurmkost. Weiterlesen

Blütenfeuerwerk

Blütenfeuerwerk

Im Juligarten ist viel schon verblüht.
Doch eine neue Welle feurig glüht,
wenn der Sommer gibt die Hitze frei –
lachen bunte Blumengrüße täglich neu.
Hortensien in vielen Tönen
für Wochen uns den Blick verwöhnen.
In diesem Jahr bleibt kleiner die Pracht.
Zu später Frost hat Unheil gebracht.
Kokardenblumen und Sonnenhüte
öffnen täglich Blüte für Blüte.
Taglilien wetteifern im Sonnenlicht,
wer die anderen an Grazie aussticht. Weiterlesen

… gelb die Stoppelfelder

In meinen Erinnerungen
ist es mir nicht gelungen,
über ein Stoppelfeld zu gehen,
ohne Ferienkinder zu sehen.
Ende Juni war es an vielen Stellen so weit.
Die frühreife Gerste zeigte sich erntebereit.
Die Halme leuchteten in blondem Gold
Der Mähdrescher sich nur die Körner holt.
Dann wird das Stroh zu Ballen gepresst
Nur wenig später ein Hänger verlässt
ein frei geräumtes wieder offenes Feld.
Dem Taubenschwarm dies so richtig gefällt.
Ein paar Körner verstreut als Dreschverlust
die nehmen sich die Vögel rasch zur Brust.
Zu Beginn des Sommers streicht ein Herbstgefühl
durch endlose Reihen von Stiel zu Stiel.
Der Mähbalken traf nur auf eine Art,
so dass man mit Wehmut und Trauer spart.
Getreide lebt auch sonst nur ein Jahr.
Das Korn ist die Zukunft –
wie es immer schon war.

Seh ich ein Stoppelfeld, denke ich an die Zeit,
die ich als Kind verlebte in Heiterkeit.
Bevor der Acker gepflügt, gehörte das Feld den Kindern.
Die wollte auch keiner an den Freuden hindern,
einen Drachen in die Lüfte steigen zu lassen.
Junge Hände durften die Wickel fest fassen.
Zog der Drachen die Schnur ordentlich stramm,
gab man ihm mehr Meter, bis am Ende dann
der Papiervogel kaum noch zu erkennen war. Weiterlesen

Mit der Passion zum Blühen

Selten sah ich solche Blüten,
welch Geheimnis sie behüten –
ist versteckt im Blühgesicht,
öffnet Mystik lange nicht.
Um die Bienen zu betören,
Passifloren darauf schwören,
dass ein Strahlenkranz gewinnt,
eh der Nektarraub beginnt.
Wie ein Kirmeskarussel
Gondeln drehen sich so schnell
grad so wirkt weißblaues Rad
actionpower jedes hat. Weiterlesen

Der Alant lockt!

Der Alant lockt!

Der Alant lockt am Juli, zwei
Wildbienen an und davon drei.
Sie sitzen mitten auf der Blüte
saugen vom Nektar bester Güte.
Wie Alant in den Garten kam,
und seinen großen Platz einnahm,
das lässt sich kaum noch heut klären
nur noch Verdachtideen mehren.
Vor langer Zeit hat das Helenenkraut
von Osten her hier reingeschaut.
Als es hier wuchs, wurd es bekannt –
denn Volksmedizin nahm es zur Hand. Weiterlesen

Ein Sommernachtstraum

Heute liegt ein Sommernachtstraum
am späten Abend weit im Raum.
Der Tag, an dem der Regen kam,
blieb abgekühlt noch wohlig warm.
Der Boden nahm die Feuchte gern.
Die letzten Tropfen waren so fern.
Nun steigt der Nebel aus den Weiden
Die Kühe sich mit Schwaden kleiden.
Nachtfalter sind gerade aufgewacht.
Es liegt Besonders in der Nacht.
Aus Gerstenfeld im letzten Licht
ein wunderbares Gold erbricht.
Über dem Ährenmeer schwebt Dunst
als decke Christo traumhaft Kunst.
Vor diesen weißen Nebelstreifen
zwei Fledermäuse lautlos schweifen. Weiterlesen

Wintergerstenährenmeer

In der warmen Juniluft
wiegen sich die Gerstenähren.
Ihre Blüten ohne viel Duft
nur der Wind hilft beim Vermehren.
Pollenwolken bringen morgen
all den Blüten später Korn.
Reiche Ernte nimmt die Sorgen
wenig Scheffel bringt oft Zorn.
Auf dem Feld reift nur noch Gerste
Kornblume, Mohn sind ackerfern.
Für den Landwirt gilt das Erste
Unkräuter früh abzuwehrn.
Drei Hektar: nur eine Pflanze
Auch der Tierwelt geht es schlecht.
Schnecke, Wurm, Käfer und Wanze
verlieren hier ihr Lebensrecht. Weiterlesen

Die Zikade

Die Zikade

Der Zikade
schmerzte heftig die rechte Wade.
Vom vielen Springen
da fingen
die Muskeln schrill an zu singen.
Das war echt schade
für die Zikade.
Herumspringen war sonst ihr Ding
denn daran hing
der Faden zum Glück.
Doch schnell zurück
zur schlimmen Wade
Keine Gnade
kannte der Befund
aus orthopädischem Mund.
Sechs Ruhewochen –
obwohl nichts gebrochen –
braucht schon ein Faserriss
solange bis,
die Wade rehabilitiert,
ein erster Sprung ausprobiert. Weiterlesen