Zum Läusemelken

Zum Läusemelken

Der Honigtau ist sehr begehrt.
Wenn eine Laus sich grad entleert,
da gibt es viele, die sich freuen
und solch Kontakte gar nicht scheuen.
Zuckersüß ist Läusekot.
Solch ein leckeres Pausenbrot
lassen Ameisen sich gut schmecken.
Wenn sie Läuse irgendwo entdecken,
kommt bald das ganze Ameisenheer
aus dem Nest heraus schleunigst hierher.
Jede Laus wird gründlich kontrolliert,
ob sie nicht hinten was verliert.
Quillt am Anus dann ein Tröpfchen,
lauert schon ein schwarzes Köpfchen
auf das süße Exkrement,
das den Meltau längst schon kennt.
Nähert man sich diesen Pfründen,
aus bestimmten, eignen Gründen,
werden die Emsen höchst aktiv. Weiterlesen

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Fünf Austernfischer

Fünf Austernfischer auf der Wiese
vom Meer bläst eine leichte Brise
da stochern Schnäbel rot und lang,
sind pausenlos auf Würmerfang.
Auf der Insel sind sie gern zu Hause
Bei allem lautem Meergebrause
hör ich sie schrill in Lüften singen –
wollen Lebensfreude allen bringen.
Ihr Flug ist schnell und sehr geschickt.
Rasant wird oft die Bahn geknickt.
Gesellig treiben sie durch die Luft.
Der eine den andren ständig ruft. Weiterlesen

Deine Spuren im Sand

Deine Spuren im Sand
ja die fand
ich so im Vorbeigehen
hab sie fast übersehen.
Zart getupftes Spurenband
blieb aber nicht unerkannt.
Ein Rüsselkäfer trippelte,
unter jedem Fußdruck riffelte
der lose Sand schön musterhaft
bis eine Spur war schnell geschafft.
Woher der Käfer heute kam,
blieb offen, denn der Wind nahm
ständig Sandkörner vor seinen Lauf
schüttete diese auf
deine frischen Schrittemulden. Weiterlesen

Pigcity

Pigcity

Ich lebe in einer kleinen Stadt,
die einen großen Schlachthof hat.
Dass dort Tiere geschlachtet werden, ist normal –
hoffentlich ohne zusätzliche Qual.
Früher, als die Tötungsfabrik noch nicht so groß,
brauchte man an gewissen Tagen bloß
das Fenster ein wenig aufzustellen,
dann kamen untrügerische Duftwellen,
die sofort jeder Nase verrieten:
Es müssen Mettendchen sein,
veredelt aus westfälischem Schwein.
die gerade die Räucherphase durchliefen.
Da musste die Luft danach miefen.
Ich wusste von tausenden Tieren,
die wöchentlich ihr Leben hier verlieren.
Die genaue Zahl blieb mir aber unbekannt.
Jetzt hat sie die Presse benannt. Weiterlesen

Wenn das Hechtkraut blüht

Wenn das Hechtkraut blüht,
im Gartensommer Herbstliches heranzieht.
Am Teich schwindet die Zahl der Seerosensonnen
Jeden Tag werden immer mehr Netze gesponnen.
Von den Bäumen fällt jetzt schon das erste Laub
Bienen finden immer weniger Blütenstaub.
Johannisbeeren funkeln seit Tagen rot.
Der Amselmagen kennt daher keinerlei Not.
Die Vögel mögen kaum noch Kirschen fressen.
Diese bleiben am Baum fast wie vergessen.
Das tägliche Froschkonzert wird öfter abgesagt.
Das Hochzeitsquaken scheint nicht mehr gefragt.
Den Schnecken ging es mal wochenlang schlecht.
Mit verschwundenem Regen kamen sie nicht zurecht.
Äpfel und Birnen wachsen nun täglich prächtig
Der Junifall war dieses Jahr ziemlich mächtig.
Unzählige Früchte landeten unreif auf der Erde,
damit sinkt die Last und es weicht so die Schwere.
In den Bäumen hängt leider noch immer viel zu viel.
Die traumhafte Blüte führte allzu oft an das Ziel.
Der Sommer ist gerade angefangen – der Juni er endet.
Im Garten sich vieles zum Herbst hin zuwendet.
Ich geh Kirschkerne fegen – der Weg ist versaut.
Nicht einmal die Hälfte vom Fruchtfleisch wurd verdaut.
Danach Klaräpfel sammeln, die die Made besucht.
Bei manch tiefem Bücken hab ich schon geflucht.

Doch wenn ich noch einmal das Hechtkraut betrachte
und nicht penibel auf die Pflanzenanatomie achte,
dann erscheinen mir die Blüten fast wie Orchideen,
die leuchtend am Uferrand so prächtig dort stehen.

Wer reitet den Fisch?

Wer reitet denn den Fisch? –
ein kleiner Knabe noch ganz lebensfrisch.
Ist die Holzfigur einem Märchen entlehnt?
Meine Fantasie eine Lösung ersehnt.
Wenn ich den kleinen Kerl betrachte
und seine Merkmale beachte,
kommt er aus China, vielleicht Japan
beileibe nicht aus meiner Nähe, von nebenan.
Ob ich dieses Rätsel irgendwann löse?
Unwissenheit macht mich nicht böse.
Lustig, skurril ist solch ein Reiterpaar. Weiterlesen

Wasserträume

Wasserträume

Glitzernd, spiegelnd wellig kräuselnd
liegt der Teich in grünem Grund.
Warmer Wind an Blättern säuselnd
Wasser riecht aus seinem Mund.
Auf der alten Bank da sitze
ich und träume vor mich her.
Sehe auf der Binsenspitze
der Libellen Wiederkehr.
Runden fliegend, flatternd, kreisend
Flügel blinken sonnig hell –
cyanblau gefärbte Reisen
mal fast schwebend dann sehr schnell.
Aus dem Wasser taucht die Spitze
einer Schnauze etwas auf. Weiterlesen

Zwei (bis drei) Welten

Die Sonne lacht warm in den Teich.
Es blinken Wasserlichter.
Seerosenblätter tellergleich
verschwimmen immer dichter
Die Oberfläche von dem Blatt
wird strahlend hell bebrütet.
Sie lockt den Frosch zum Sonnenbad,
der so den Tag vergütet.
Libellen himmlischblau geschmückt
verkrümmen ihre Bäuche,
bis dass das letzte Ei entrückt
gebären ihre Schläuche. Weiterlesen

Wasserräume

Wasserräume

Allerkleinste Wasserköpfchen
füllen grad die Regentröpfchen.

Blätter formen Trichtertüten,
die nur wenig Wasser hüten.

Auch in mancher Wagenspur
findet Wasser zur Natur.

Einige der schönsten Pfützen
sollten wir vor Schaden schützen.

Mancher Graben ist so feucht,
dass der Grasfrosch sogar laicht. Weiterlesen

Sie sind wieder da!

Elf Uhr zehn fast in der Nacht
der Hund wird noch mal rausgebracht,
damit er eben das verrichtet,
über das man nicht so gern berichtet.
Der Feldweg grenzt an einen Wald.
Fast dunkel ist der Himmel bald.
Urplötzlich sehe ich es blitzen.
Doch vom Gewitter keine Notizen.
Ein funkelnd Licht tanzt durch die Nacht.
Ein Glühwürmchen hat’s mit gebracht.
Ich laufe weiter den Weg entlang
Von allen Seiten überall sprang
mir eine Leuchtrakete quer –
wie liebte ich den Anblick sehr.
Sie sind noch da meine Leuchtkäfer.
Bevor ich gleich verschwind als Schläfer,
bestaune ich das Wunder der Natur
Wieso leuchten diese Käfer nur? Weiterlesen