Wer reitet den Fisch?

Wer reitet denn den Fisch? –
ein kleiner Knabe noch ganz lebensfrisch.
Ist die Holzfigur einem Märchen entlehnt?
Meine Fantasie eine Lösung ersehnt.
Wenn ich den kleinen Kerl betrachte
und seine Merkmale beachte,
kommt er aus China, vielleicht Japan
beileibe nicht aus meiner Nähe, von nebenan.
Ob ich dieses Rätsel irgendwann löse?
Unwissenheit macht mich nicht böse.
Lustig, skurril ist solch ein Reiterpaar. Weiterlesen

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Wasserträume

Wasserträume

Glitzernd, spiegelnd wellig kräuselnd
liegt der Teich in grünem Grund.
Warmer Wind an Blättern säuselnd
Wasser riecht aus seinem Mund.
Auf der alten Bank da sitze
ich und träume vor mich her.
Sehe auf der Binsenspitze
der Libellen Wiederkehr.
Runden fliegend, flatternd, kreisend
Flügel blinken sonnig hell –
cyanblau gefärbte Reisen
mal fast schwebend dann sehr schnell.
Aus dem Wasser taucht die Spitze
einer Schnauze etwas auf. Weiterlesen

Zwei (bis drei) Welten

Die Sonne lacht warm in den Teich.
Es blinken Wasserlichter.
Seerosenblätter tellergleich
verschwimmen immer dichter
Die Oberfläche von dem Blatt
wird strahlend hell bebrütet.
Sie lockt den Frosch zum Sonnenbad,
der so den Tag vergütet.
Libellen himmlischblau geschmückt
verkrümmen ihre Bäuche,
bis dass das letzte Ei entrückt
gebären ihre Schläuche. Weiterlesen

Wasserräume

Wasserräume

Allerkleinste Wasserköpfchen
füllen grad die Regentröpfchen.

Blätter formen Trichtertüten,
die nur wenig Wasser hüten.

Auch in mancher Wagenspur
findet Wasser zur Natur.

Einige der schönsten Pfützen
sollten wir vor Schaden schützen.

Mancher Graben ist so feucht,
dass der Grasfrosch sogar laicht. Weiterlesen

Sie sind wieder da!

Elf Uhr zehn fast in der Nacht
der Hund wird noch mal rausgebracht,
damit er eben das verrichtet,
über das man nicht so gern berichtet.
Der Feldweg grenzt an einen Wald.
Fast dunkel ist der Himmel bald.
Urplötzlich sehe ich es blitzen.
Doch vom Gewitter keine Notizen.
Ein funkelnd Licht tanzt durch die Nacht.
Ein Glühwürmchen hat’s mit gebracht.
Ich laufe weiter den Weg entlang
Von allen Seiten überall sprang
mir eine Leuchtrakete quer –
wie liebte ich den Anblick sehr.
Sie sind noch da meine Leuchtkäfer.
Bevor ich gleich verschwind als Schläfer,
bestaune ich das Wunder der Natur
Wieso leuchten diese Käfer nur? Weiterlesen

Total verwanzt

Zeichnung

Total verwanzt

Auf dem Wasser kreisend tanzen
sehr geschickt die Wasserwanzen.
Teich- und Wasserläufer flitzen,
ohne Wasser zu verspritzen.
Füße sind perfekt gebaut
für des Tümpels Wasserhaut.
Kurz zum Luftholen tauchen immer
oben auf die Rückenschwimmer.
Ihre großen, roten Augen
effektiv zum Jagen taugen.
Manchem wurde zum Verhängnis
Notonectas scharfer Biss.
Schwimmwanzen sind fast noch frecher
Gelten als fiesböse Stecher.
In der Gruppe attackieren,
heißt für Opfer schon verlieren. Weiterlesen

Aus Uruguay

Aus Uruguay

Aus dem weitfernen Uruguay
kam einst der Portulak herbei.
Mit runden Blättern prallgefüllt
wird Wasserdurst lange gestillt.
Wenn dann im warmen Sonnenlicht
die erste Blüte ganz aufbricht,
dann leuchten Farben vollster Kraft.
Die kleine Pflanze ja sie schafft,
in Rosenschönheit zu erstrahlen.
Solch Violettrot gar nachzumalen
das schafft ein Künstler wahrlich kaum.
Die Farbgewalt schafft sich hier Raum. Weiterlesen

Teicherwachen

Teicherwachen

Hauchfeine Nebel schweben
früh morgens um den Teich.
Wie Atemdünste kleben
sie an dem Wasser weich.

Den flatterhaften Binsen
hängt schwerer Tau am Blatt.
Auch auf den Wasserlinsen
sind Kugeltröpfchen satt.

Die grünen Frösche dösen
noch still am Teichesgrund.
Mit quakenden Getösen
wird laut die nächste Stund.

Ruhig weilt die Spiegelhaut.
Die Tänzer fehlen noch.
Erst wenn die Sonne richtig schaut,
beginnt der Reigen doch. Weiterlesen

Eigenheim aus Pappmache

Viele Wespenarten wie Hornissen
alle bestens Bescheid wissen,
wie sie ein Nest bauen aus grauem Holz
Ein Eigenheim ist bald ihr Stolz.
Vom Weidenpfahl, vom alten Brett
da nagen sie von früh bis spät
das alte blasse Holzgewebe.
Vom Speichel gibt’s dazu die Klebe.
Sie kauen alles zu feinem Brei.
Der Nestbau startet Anfang Mai.
Die Paste trocknet zu dünnem Papier.
Ein Wabenbauwerk entsteht bald hier.
Aus Pappmache wachsen die Wände.
Mundwerkzeuge sind die Hände,
die diese Masse dann aufschichten,
und dabei farbig uns berichten,
welches Holz die Wespe gerade wählte. Weiterlesen

Almequelle, 29. Mai 1991

Das Wetter ist so schön.
Es soll zu dir heut gehen.
Ich starte zu der Quelle
und stehe auf der Stelle.
Der Himmel ist ganz blau.
Doch ich steh hier im Stau.
In sengender Hitze
statt kühlem Antlitze
heißt es nur warten.
Bei solchen Fahrten
schimpft man in sich hinein –
muss das denn sein?
A 44 Standstreifen rechts
mal gedulden zunächst.
Dich zu besuchen
unter schattigen Buchen,
das war mein Ziel
eigentlich nicht viel.
Minuten vergehen
einfach nur stehen.
Bald ist es halb zwei.
Ist schon alles vorbei? Weiterlesen