Exodus der Bodentiere

Exodus der Bodentiere

Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt –
Seit Jahrzehnten werden sie Traktoren genannt.
Er pflügt wie gewohnt den Maisboden perfekt,
er muss alles ernten, was in ihm nur steckt.
Er düngt mineralisch dazu auch mit Mist
Fürs Pflanzenschutzspritzen da kennt er die Frist.
Die Ernte wird kommen – sie geht in den Handel
Da stört momentan kaum der Klimawandel.
Was wenig interessiert, ist das Leben in der Erde.
Das war noch ganz anders, als pflügten die Pferde.
Ja früher zu Zeiten der Dreifelderwirtschaft
Da hatte der Boden noch seine eigene Kraft.
Zwischen natürlichem Wald und den Ackerflächen
Heute traurige Vergleiche die Wahrheit sprechen.
Werden im Waldboden noch reichlich Tiere geboren,
gehen sie im Maisfeld dramatisch verloren.
Auch der Kartoffelacker oder die Spargelkultur
Sind für die Pflanzen darin ziemlich frei von Natur.
Auf den Wiesen und Weiden bleibt vom Leben noch mehr:
Da kriechen blasse Würmer noch glücklich daher.
Im Wald wuselt es reichlich – in der Wiese noch gut
Im Maisacker das Bodenleben nahezu vollständig ruht.
Wären dort die Bakterien nicht willig zur Hand,
Gäb`s nichts zu ernten auf dem Wirtschaftsland.
Der Exodus der Tiere von den Ackerflächen
Wird sich irgendwann später wohl bitter rächen.
Pflanzenerträge werden nur noch abgeschöpft
Dafür wird Lebendigkeit vielfach geköpft.
Der Boden der Erde ist eine lebendige Haut
nur wer sie heut schützt, ins Zukünftige baut.

Werbeanzeigen

Ein Kommentar zu “Exodus der Bodentiere

  1. Mein täglicher Arbeitsweg führt über die Bundesstraße von Waren nach Neubrandenburg durch derzeit eine Sahara ähnliche Landshaft. Seit Wochen beobachte ich die Trecker und die von ihnen mitgeschleppten Geräte. Staubwolken zeigen mir, wo sie arbeiten. Abends nehme ich manchmal das Rad, um näher dran zu kommen an dies fast Unfassbare: Da liegt die Erde völig ungeschützt und bloß, mir graut´s, die Flächen sind endlos und reichen soweit ich schauen kann. Alles brauner Boden. Wenn ich auf einen der Äcker gehe ist alles trocken, nehme ich ein bischen Boden in die Hand, bewegt sich darin nichts. Mit dem Boden in der Hand denke ich an den Supermarkt im Ort und frage mich, wie hier auf dem Acker Lebendiges entstehen kann, dass Menschen später essen können.
    An den Wochenenden fahre ich nach Hamburg, in die Großstadt. Wie weit weg sind hier die Menschen von meinen täglichen Fahrten durch die Produktionsstätten ihrer Lebensmittel, die sie mittlerweile in sterilen Einkaufszentren mit Allround-Service ohne lebendiges Grün oder natürliche Materialien im Vorbeigehen einstecken können.
    Weltweit ist dies ein Trend. Im Flüchtlingsgarten berichtet ein Gartennutzer aus Afrika, dass er täglich die Raupen des Kohlweißlings absammeln muß und fragt mich ganz selbstverständlich danach, ob es nicht ein gutes Gift gibt, dass diese Arbeit übernimmt. Ich hole aus und erkläre … Ein weiter Weg in eine Welt der ökologischen Zusammenhänge, in der wir selber einen Teil ausmachen….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: