Schnittblumen

Schnittblumen

Auf dem Markt, am Straßenrand
Beim Gärtner oder der Tankstelle
Gibt es Sträuße schnell zur Hand
Für so viel Anlassfälle.
Die ersten Blumen, die beglückten,
Kinderhänd am Wegrand pflückten.
Maßliebchen, gelber Löwenzahn,
die hatten es mir angetan.

Ein bunter Strauß ganz wild mit Blüten,
bereichert durch ein Kurzgedicht,
sie sollten diese Welt vergüten –
zu mehr reichte es erst mal nicht.
Heute kann ich leicht an allen Tagen
Mit Blumensträußen Nettes sagen.
Rosen, Nelken, Orchideen
Als Symbol für Liebe stehen.

Wenn dann ein Strauß in zarten Farben
hübsch arrangiert im Raume steht,
dann haben diese frischen Gaben
fürs weitere Leben ausgelebt.
Sie können sich nicht mehr vermehren
Nicht über Samen oder Beeren.
Der Strauß landet, das bleibt Kalkül
Verwelkt verworfen bald im Müll.

Die Vorgeschichte frischer Rosen,
mit denen wir Gefühle kosen,
erfährt der Käufer meistens nicht.
Verborgen bleibt das Kindgesicht,
das fern in Afrika die Stiele –
und keiner weiß genau wie viele –
geschnitten hat mit zarter Hand
für ein so fernes reiches Land.

Schnittblumen sagen Dank und Liebe
Mensch fordert ständig Blütentriebe.
Pflanzen sind bloß noch Kundenware
Nicht nur für junge Hochzeitspaare.
Auch wenn die Herzen nicht mehr schlagen,
Soll Blumenschmuck die Trauer tragen.
Ob hier gepflückt oder dort geschnitten
Für Freud und Leid wird gleich gelitten.

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