Ins Gras gebissen

Ins Gras gebissen

Die Benziner röhren, die Elektrischen flüstern,
Wenn Gras wieder wächst, wird ihr Hunger so lüstern.
Heraus aus den Lagern kommen starke Maschinen,
die bis in den Herbst nahezu wöchentlich dienen.
Irgendwie kann manch Gärtner Gras nur besehen,
wenn davon höchstens zwei Zentimeter stehen.
Sieht man, wie der Halm nach oben strebt,
dann wird dieser Zuwachs schnell abgemäht.
Doch Gräser wollen wachsen – ihr gutes Recht –
Doch da kommen die Messer – und das ist schlecht.
Es gibt auch noch Rasen mit viel Blümchen drin,
dort zeigt jeder Schnitt erst recht den Gewinn.
Störte vorher das bunte Blütenbildmuster,
So grünt es danach nur umso bewusster.
Marienblume, Ehrenpreis und Löwenzahn
sie werden enthauptet nahezu simultan.
Der Grasschnitt landet vielleicht auf dem Kompost.
Dort wird er recycelt – ein schwacher Trost.
Das frische Grün, die zarten Blütenköpfe
Verschwinden ansonsten in die Abfalltöpfe.
So geht Rasenpflege getimet seinen Lauf:
In schnurgraden Bahnen – da achtet Mann drauf.
Der Rasen wird Teppich mit Nutzspielfunktion
Lebendiges Wachstum bleibt Illusion.
Besonders an Samstagen röhrt das Konzert,
wenn Nachbarschaft synchron ihre Rasen schert.
In der Luft liegt Qualm und Geruch von Benzin,
die bezeugen mal wieder die Gartendisziplin.
Am Ende des Jahres, wenn das Gras nicht mehr wächst,
da gönnt man ihm Ruhe – es ist wie verhext.

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