Fahrlässige Tötung

Fahrlässige Tötung

Die feucht und warme Märzennacht
hat Kröten gleich den Tod gebracht.
Aus Erdenlöchern rausgekrochen
sind sie am Reifendruck zerbrochen.
Es ging ihr Weg nur zum Gewässer.
Sie kennen es ja auch nicht besser.
Dort findet stets die Hochzeit statt.
Doch Autos walzten Kröten platt.
Die erste Kröte ist halbiert.
Die zweite ihr Gedärm verliert.
Der Kopf der dritten dekapitiert.
Die vierte völlig mazeriert.
Den Autos geht es richtig gut.
Das kleine bisschen Krötenblut
verliert sich bei der Weiterfahrt.
Auch Krötenhaut wird hier nicht hart.
Die Fahrer in der dunklen Nacht
haben sie jemanden umgebracht?
Und mancher Mensch an diesem Ort
beging der bösen Krötenmord?
Doch viele Kröten hatten Glück.
Sie schafften heil das kurze Stück.
Sie durften Krötenliebe spüren
und Eierbänder endlos schnüren.
Ein Teil der schwarzen Krötenbrut
liegt nächstes Jahr in kaltem Blut.
Dies Drama wird es weiter geben
fahrlässige Tötung – oder Leben!
PS.
Seit Jahren gibt es Krötenretter,
die vor dem feuchten Wanderwetter
Zäune bauen, dass den Tieren
nicht solch Unheil kann passieren.
Sind Kröten dann im Eimer drin,
dann macht die Liebe wieder Sinn.
Sie schnüren in dem Lieblingsteich
Gleich meterlang dann ihren Laich
Die Helfer sorgen Jahr für Jahr
für immer neue Krötenschar.

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