Der Mohn ist aufgegangen

Der Mohn ist aufgegangen

Dicke Knospen drücken prall –
platzen bald im Maien.
Aus Blüte bricht ein Feuerball.
Rot will sich ganz befreien.

Der Blütenkelch im Silberhaar
Springt ab vom Scharlachkleide.
Ich freue mich so Jahr für Jahr,
auf diese Augenweide :

Der Mohn ist aufgegangen.
Die Blütenblätter prangen
So rot und wunderbar.
Was sich so feurig zeiget –
Als Knospe noch verneiget –
Wird lodernd so zum roten Star.

Wie ist dein Kelch noch stille.
Bald wird die Blütenhülle
Von Hummeln heiß begehrt.
Sie schmachten nach dem Pollen,
von dem sie so viel wollen,
bis dass die Frucht sich dann vermehrt.

Seht ihr den Mohn dort stehen,
Wie seine Blüten wehen
Im warmen Abendwind.
Er tupft in unsre Herzen
Knallrote Frühlingskerzen,
die nur von kurzer Dauer sind.

Die roten Blütenreste
Beenden solche Feste
Der warmen Farbenglut.
Ich schwelge fast noch trunken,
Bin in dem Meer versunken
und schmecke Blumenblut.

So nah sind mir die Blüten,
die in mir heftig wüten,
als wär ich auch entbrannt.
Der Mohn ist aufgegangen –
So hat es angefangen –
Hat meine Sinne so gebannt.

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