Nur Formsache!

Nur Formsache ?

Von Alters her sieht man das Streben,
sein Grundstück trennend abzuheben.
Gemauert oder eingezäunt
Wird ferngehalten, was nicht Freund.
Um lieblicher hier abzuschrecken,
da pflanzt der Mensch wohl grüne Hecken.
Die Pflanzen müssen Schnitt vertragen
Denn Wildwuchs hat hier nicht das Sagen.
Ob Buxbaum oder die Hainbuchen
Gehölze braucht man nicht zu suchen:
Liguster, Weißdorn oder Eibe
Sind formgeschnittene Augenweide.
Man staunt nicht schlecht die Heckenschau
Zeigt Akkuratesse millimetergenau.
Die Hecke steht wie eine Mauer
ist grüner Stolz vom Häuslebauer.
Wenn neue Zweige Form verletzen,
wird man die Scheren wieder wetzen.
Das frisch gewachsene Zweiggeäst
Man selten ungeschoren lässt.
Lebendigkeit wird oft beschnitten
Natürlichkeit ist nicht gelitten.
Hecken erfüllen ihren Zweck-
Was übersteht muss einfach weg.
Wo Hecke wächst ohn jeden Tadel,
Erlebt sie höchsten Gartenadel.
Ein dreifach Schnitt mit Präzision –
Dem Pflanzenkörper bleibt nur Hohn.
Die Hecke wird zur Klagemauer –
Sie ist zwar grün doch voller Trauer.
Sie zeigt sich oft in strengster Form,
ein freier Trieb gilt als abnorm.
Die Formschnitthecken – das ist wahr –
Die pflegt man übers ganze Jahr.
Man will nun wirklich nicht riskieren,
dass sie ihre Gestalt verlieren.
Das Heckenleben bleibt ein Leiden,
solang am Körper Messer schneiden.

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