Vogelkirschen

Vogelkirschen

Wunderweißes Blütenmeer
Ließ von Früchten reichlich träumen.
Bald schon lugten mehr und mehr
Kleinste Kirschlein in den Bäumen.
Amseln, Drosseln und die Finken
Sangen laut ihr Liebeslied.
Erste Früchte zart erpinken
Machten Vögeln Appetit.

So wie Kirschen sonnerröten
Pickt ein Schnabel frisch ins Fleisch.
Vorher gab’s ein schönes Flöten
Jetzt nur Futterneidgekreisch.
Angebissne Kirschen landen
Auf den Boden arg zerfetzt,
Wo sie dicke Brummer fanden,
Süßes schmeckt auch stark verletzt.

Plötzlich stürzen achtzig Stare
In die Kirschen schwarz und laut.
Zanken sich um rote Ware
Wie ein Schlachtfeld alles schaut.
Eine Stunde wird zerbissen
Wird zerhackt und grob zerlegt.
Auf die Leichen wird geschissen,
Eh die Meute sich bewegt.

Kirschbaumschänder fliegen weiter –
Lassen leeren Baum zurück.
Jetzt braucht niemand eine Leiter –
Nur der Dreck bleibt fies im Blick.
Ja der Traum von süßen Kirschen
Endete im Starenschwarm
Und mit reichlich Zähneknirschen
Mach ich mir mein Süppchen warm.

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