Buchswuchs

Buchswuchs

Beschnitten zu sein scheint bei ihm Pflicht –
Normal gewachsen sieht man (fast) nicht.
Die Römer fanden in früher Zeit,
Dass Buchsbaum ist zur Form bereit.
Der dichte Wuchs, die grünen Blätter
Ganz anspruchslos bei Wind und Wetter
So wurd der Buchsbaum Architektur –
Machte im Hortus auf Kultur.
Es gab so viele Gartenleute,
die grüne Kunst so sehr erfreute,
dass sie nach schönsten Mustern sannten,
und Buchsbaum so in Formen bannten.
Die Pflanze wuchs, nur wie sie sollte –
Bekam den Körper, den Mensch wollte.
Im Wachstum lag die Langsamkeit,
dies schuf erst rechte Machbarkeit.
Der Buchs verlor sich selbst dabei –
Er lebt halt von Schneiderei.
Was Gärtner alles aus ihm machten,
Stylisten für ihn frei erdachten,
Was Künstler durch ihn Schönstes schufen,
das reichte für die höchsten Stufen.
Der Buchs er herrscht in Park und Garten –
Muss immer auf den Schnitt nur warten.
Was wär der Buchs ganz ohne Pflege?
Stände nicht schnurgrad am Rand der Wege?
Wär nicht berühmt und grün begehrt?
Was hätte Buchs dann wohl an Wert?
Er wäre Baum, zumindest Strauch –
Würd wachsen, blühen, fruchten auch.
Könnt sich vermehrn mit kleinen Samen,
die Ameisen gern zu sich nahmen.
Der Buchs er hätte hartes Holz
und wär darauf wohl richtig stolz.
Als grüner Buchs macht er Karriere –
Ging bei den Gärtnern in die Lehre.
Dort wurd er zwar echt formvollendet,
wofür er mit dem Körper pfändet.
Er zeigt sich top als Schnittmodell –
Denn solches wird man nicht so schnell.

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