Da mach ich mich vom Acker…

Da mach ich mich vom Acker…

Die Wintergerste reift zu früh
Nach regenlosen Zeiten.
Der Mais gibt sich seit Tagen Müh,
Sein Blattwerk auszuspreiten.
Kartoffeln zeigen welkes Stroh
Lässt Knollen kaum erstarken.
Der Rapsertrag stimmt auch nicht froh –
Heu lässt sich spärlich harken.
Die Landwirtschaft braucht Höchstertrag –
Sonst gibt es nichts zu erben.
Auch wenn es nur am Wetter lag,
droht weiter Höfesterben.

Manch Acker ist schon vorher tot –
Nur Mikroorganismen,
die finden hier noch täglich Brot –
der Rest sind die Vermissten.
Der rege Wurm schlich eilends fort
Gefolgt von Käfer, Spinnen.
Der Tausendfuß verließ den Ort –
Hier gab’s nichts zu gewinnen.
Der Springschwanz nahm die Milbe mit
Die Assel riet den Schnecken.
Sie machten dann den ersten Schritt,
zu Saum und Landschaftshecken.
Vom Acker machen – das fiel schwer
Nach so viel guten (alten) Zeiten.
Hier nutzte keine Gegenwehr –
In solchen Feindesweiten.
Der Mais er wächst ganz seelenlos
Auch Weizen steht so einsam.
Was macht manch armer Acker bloß?
Im Leid sind sie gemeinsam.
Vom Acker macht sich die Vielfalt –
Das Leben flieht in Massen.
Die Landwirtschaft regiert hier kalt
Mit Blick in ihre Kassen.

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2 Kommentare zu “Da mach ich mich vom Acker…

  1. Als nächstes folgt „dustbowl“ – war ja aus USA gestern schon in Film, Funk und Fernsehen …
    „Leider kann der Boden nicht schreien.“ war der Spruch eines inzwischen verstorbenen Ökologen. Der Mann hat noch heute Recht.

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