Corbicula

Corbicula
oder
die Invasion der Körbchenmuscheln

Ich traf sie jüngst am Sonntag ziemlich vorbereitet.
Eine Kanuexkursion zur Lippe hat mich zu ihnen geleitet.
Die südostasiatische Körbchenmuschel Corbicula
Lebt im Vater Rhein inzwischen schon über 20 Jahr.
Im Sandbett des Flusses stecken die Muscheln sehr gern.
Ihre ursprüngliche Heimat ist wirklich sehr fern.
Sie kam nach Nordamerika über den Schiffsverkehr.
Vielleicht dann nach Europa – das weiß keiner mehr.
Im Rhein angekommen da merkte sie gleich:
Dieser Fluss der ist super – mich stört auch kein Deich.
In Rotterdam ging es los bis zum Bodensee –
Wem tat dieser Vormarsch eigentlich weh?
Corbicula war fruchtbar als Hermaphrodit –
Millionen an Nachkommen fühlten sich fit.
Der Rhein wurde ganz schnell zu einem Paradies
Nicht nur für Muscheln – das fanden Heimische fies.
Die Invasion blieb nicht auf die Bivalven beschränkt.
Krebse und Würmer haben schnell nachgedrängt.
Bald gab es im Fluss nur noch fremdländische Gäste,
die feierten Orgien und Vermehrungsfeste.
Von den früheren Arten blieb nur ein kleinster Rest.
Neozoen feierten international ihr Fest.
Vom Rhein gings in die Lippe auf ganz kurzem Weg,
die gefundenen Schalen sind ein harter Beleg.
Das Leben großer Flüsse liegt nun in fremder Hand,
Seit die Körbchenmuschel den Weg zu uns fand.
Zurück zur Natur wie damals bei Rousseau –
Das ist in globalen Zeiten längst ein No Go!

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