Im Blatt zu Hause

Im Blatt zu Hause

Im Regensommer wuchert Kraut,
dass alles bald recht wild ausschaut.
Es freut sich hier wohl die Natur –
Vom Garten fehlt bald jede Spur.
Das Kräuterbeet ist Sorgenkind –
Wo ich fast keinen Anfang find.
Mit Schere und mit Armeskraft
Ist bald das Gröbste dann geschafft.
Manch Kleines, was so unterdrückt,
ist wieder mehr ins Licht gerückt.
Vom Akelei wollt ich noch Blätter,
Die auch gelitten durch das Wetter,
mit grobem Griffe noch entfernen,
da konnt ich schnell noch etwas lernen.
Die Blätter waren illustriert,
da Fliegen hatten drin miniert.
Ich stellte sie ins Sonnenlicht –
Sah die Bewohner erst mal nicht.
Ich musste schon genau hinschauen,
wo diese Larven im Blatt kauen.
Die kleinen Maden gut versteckt
Sind wohl durch Seide abgedeckt.
Die krummen Gänge schimmern hell,
denn hier da fehlt so manche Zell.
Was sie verdaut liegt krümelweise
Im Gang durch ihre Blätterreise.
Ich staune nur wie diese Fliege
Ihr Kind legt in die dünnste Wiege.
Dies unscheinbare Kinderzimmer
Vergesse ich vorerst wohl nimmer.

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Ein Kommentar zu “Im Blatt zu Hause

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