Quitten

Quitten

Im Garten an dem Quittenbaum
erfüllt sich oft der gelbste Traum.
Die Früchte reif und glockenhaft –
heut trägt sie noch des Astes Kraft.
So wie der Herbst jetzt tüchtig windet,
das Schwerste bald zum Boden findet.
Im Grase leuchtet um so mehr
Der birnenhafte Obstverzehr.
Wer glaubt, er gäbe was zu beißen,
wird diese Frucht weit von sich schmeißen.
Die Quitte bleibt im Fleisch recht hart,
was den Genuss spontan erspart.
Sie sind vom Baum kaum zu genießen –
Das mag wohl manchen sehr verdrießen.
Ja, Vögel, Schafe und selbst Fliegen,
die lassen Quittenfrucht links liegen.
Doch heimgeholt dann in die Küche
Entfalten sie edle Gerüche.
Zerkleinert und gekocht zu Mus
Wir fruchtiger der Quittengruß.
Aus Saft wird feinst Gelee gemacht,
der auf dem Brötchen lecker lacht.
Der Quittenbrei – gut abgeschmeckt –
Ergibt gedörrt ein gut Konfekt.
Mit einer Schokoladenhaut
Wird es auch später gern gekaut.
Wer große Mengen Quitten hat,
der schreite dann zu dieser Tat:
Vergoren wird die reife Frucht
Mit ausgewählter Hefezucht.
Im Gärballon da blubbert’s bald.
Die Maische mag es nicht zu kalt.
Ist alle Süße dann verloren,
wird Quittenwein ganz frisch geboren.
Als nächstes wird nun dekantiert
Und gleich darauf schon mal probiert.
Ein feiner Duft entströmt dem Wein –
das muss der Geist der Quitte sein !

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Ein Kommentar zu “Quitten

  1. Grandios und wunderbar! Ich habe mich sehr gefreut über das genußvolle Gedicht. Ehe ich mich meiner Quittenbrot- Bereitung widme, mußte ich einmal nachsehen, was es Literarisches über Quitten zu lesen gibt.Quitten-Genuß spornt doch die Sinne an, nicht wahr?…zuerst das langsame Reifen und Gelbwerden am Baum. Immer wenn ich Ende September und Verlauf des Oktobers den Garten betrete, dann schaue ich bewußt zum Quittenbaum und freue mich über die Sonnenscheinfrüchte. Eigentlich schade, daß man nicht hineinbeißen kann. Der wunderbare Duft hingegen ersetzt die Freude. Wenige Tage nach dem Ernten wird der Flaum auf der glatten Schale entfernt. Mit einem weichen Tuch werden alle Sinne wachgerufen und das Quittengelb erscheint so satt und fett-glänzend. Das ist für mich wohl der Inbegriff von Herbst – darauf freue ich mich jedes Jahr auf’s Neue.
    Quittenwein haben wir noch nie hergestellt, vielleicht sollten wir es im nächsten Jahr wagen? Wie sich wohl ein Quitten-Schwips auf mich auswirken könnte ? Mal probieren!
    Herzliche Grüße aus Thüringen
    Christine Lemser

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