Herbstteich

Herbstteich

Vernebelt liegt in düstergrauen Schleiern
Der schwarze Teich ganz nah am Waldesrand.
Manch braunvergilbtes Blatt hängt ziemlich bleiern,
seit Morgentau die alte Haut bespannt.

Nur zögernd lösen sich die feuchten Schwaden,
bis Sonnenlicht bricht schwach und fahl hindurch.
Ein zarter allzu langer Spinnenfaden
zerreißt im Sprung vom allerletzten Lurch.

Bis Mittag steigen mild die Wärmegrade.
Sie bringen Großlibellen noch einmal in Schwung.
Ihr Abschiedsgruß ist schön doch jammerschade.
Im reifen Herbst wird kaum noch etwas jung.

Früh sinkt das Licht in dunkel leere Räume.
Der kalte Hauch macht Lebenssprünge steif.
Entblättert nackt ragen die rauen Bäume.
Die nächste Nacht bringt wohl den ersten Reif.

Zur Sommerlust war hier nur buntes Leben.
Manch liebes Paar kost sich im Ufersrund.
Das wird es lange Zeit nun nicht mehr geben.
Die Frösche schlafen bald am Teichesgrund.

Zum Abend steigt erneuter Nebelschwaden
So langsam hoch aus finstrer Wasserhaut-
Erreicht vom mürben Röhricht nur die Waden.
Ein letztes Rascheln wirkt auf einmal laut.

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