Wachstumswahn

Wachstumswahn

In unsrem Land vergeht kein Tag,
an dem wir Wirtschaft messen.
Ob die Prognose richtig lag,
wird nicht nur Banker stressen.
Wir steigern das Bruttosozialprodukt –
bleibt oberste Devise.
Wer ständig auf die Aktien guckt,
lebt ganz für die Akquise.
Wenn Wirtschaft wächst in unsrem Land,
dann klingeln hell die Kassen.
Ein Abschwung raubt uns den Verstand –
Bald demonstrieren Massen.
Was wächst denn da bei dem Konsum?
Was steigert die Bilanzen?
Bin ich für Einsicht viel zu dumm?
Was lässt die Kurse tanzen?
Ein Baum wächst stetig Jahr für Jahr.
Der Boden schenkt ihm Kräfte.
Er grünt für mich so wunderbar –
Macht keinerlei Geschäfte.
Er gibt sein Laub und Holz zurück.
Der Boden will es brauchen.
Ihm scheint die Sonne in sein Glück –
Es muss kein Schornstein rauchen.
Der Wald gewinnt durch jeden Baum,
Reift hier zu seiner Größe.
Dagegen zeigt manch Wirtschaftstraum
Im Raubbau nur noch Blöße.
Wenn Wirtschaft wächst, ist das Verlust
An so viel Bodenschätzen.
Wann wird uns das denn so bewusst,
dass wir uns widersetzen?
Die Wirtschaft wächst die Erde tot.
Bald fehlen die Naturen.
Wenn Zahlen werden handelsrot,
Dann springen die Lemuren.
Was richtig wächst, vernichtet nicht
Den Raum des eignen Lebens.
Wie Wirtschaft stets von Wachstum spricht,
ist Zukunft bald vergebens.

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