Berührungen

Berührungen

Silberperlen tröpfeln ab
Moosrosetten werfen Kugeln
Kühlen Wassers auf den Stein.
Gläsern spritzt der Wasserschein.
Morsches Holz im Nässekleide
Neben blankem Kieselgrund,
zartes Quellkraut ragt beiseite
aus dem Wasserspiegelmund.
Flüsternd, murmelnd, leise plätschernd
Spricht die Quelle Laut für Laut.
Mal verborgen, dann ganz offen
Lauscht man, wie sie Wasser kaut.
Kalt verklebt in Stapelschichten
Modert ErlenEschenlaub.
Höhlenkrebse hier verrichten
Kauend ihren Blätterraub.
Bittres Schaumkraut, Brunnenkresse
Milzkraut neben Mierenstiel,
Sumpfveilchen in nobler Blässe
Säumen Wasserfädenspiel.
Gründelnd kriechen arme Ritter
Sandumröhrt durch kühle Flut.
Andre schmücken mit viel Glitter
Ihre Köcherfliegenbrut.
Myriaden kleinster Schnecken
Weiden tief im Algenvlies.
Strudelwürmer flach sich recken
Schleichen jagend durch den Kies.
Mückenlarven dornbestückt
Suchen räkelnd Oberflächen.
Andre kleben flachgedrückt
Fürchten sich vor wilden Bächen.
Haft und Kobold taumelnd fliegen
Eibeschert im Quellwald her.
In den Felsenspalten liegen
Puppenstub und Larvenheer.
Kaum belauscht wird solch ein Treiben
Um der Quellen engsten Kreis.
Doch wer kann, der sollte bleiben –
Horchend, staunend und sehr leis.

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