Väterchen Frost

Väterchen Frost

Von Frühlingslüften keine Spur –
Seit Tagen friert es nur noch stur.
Der Boden, der schon grün erwacht,
Ist knochenhart nach Eisesnacht.
Die vielen frischen Maulwurfshaufen
Kann ich als Steingut bald verkaufen.
Die Hühner schlindern übers Eis
Als wär’ s vom Spiel der erste Preis.
Die Gans versteht die Welt nicht mehr –
Verachtet trocknes Wasser sehr.
Manch Knospe, die schon grün entzückt
Ist nun im Frost kaum noch beglückt.
Der Vogelsang ist stumm verhallt
Den Schnabel hält, wem ist so kalt.
In trocken scharfer Winterluft
Liegt nur des Ofens herber Duft.
Der feuert gierig Berge Holz
Und ist auf seine Asche stolz.
Der Frühling war doch fast schon da
Narzissen, Tulpen, die ich sah,
Die ließen mich von Blüten träumen –
Im Geiste hingen an den Bäumen
Schon Blätter jung im feinsten Grün
Doch dieser Traum war allzu kühn.
Der Frost regiert mit kalter Hand
Hat Leben ins Exil verbannt.
Ich muss mir frische Tulpen kaufen –
Kann dafür aber Schlittschuh laufen.
Den Winter liefert uns zum Trost
Noch nicht zu spät Väterchen Frost.

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