Osterteich

Am Osterteich

Die Auferstehung kam mit frostig kaltem Munde.
Stahlblau wurd bald das Firmament.
Ich ging zur frühen Morgenstunde
Ans stille Wasser,
das noch keine Wellen kennt.
Die Sonne funkelt und sie blendet
Mir meinen Blick zum Teichsgrund
Ein Strahlenmeer aus Licht sich sendet
In diese österliche Rund.
Auf Wasserhäuten sprinten flinke Läufer.
Viel schneller als ein Jesus es getan.
Zu Ostern trifft man viele Täufer.
Und Leben findet seine Bahn.
Rostrote Blätter tauchen aus der Tiefe.
Die Seerose kommt wieder eng ans Licht.
Bald hört man kächzend Liebesbriefe
Der grünen Frösche aus dem Röhricht.
Ein Buchfink schmettert seine kurze Strophe
Vom Birnbaum laut zum Nachbarn hin.
Macht seiner Freundin wohl den Hofe –
Vielleicht von zarter Liebe der Beginn.
Nun trüben erste Wolkenflocken Sonnenstrahlen
Der Wetterdienst hat das schon lang gewusst.
Doch können sie so spannend malen
Im Wasser spiegelt sich die Lust.
Die Auferstehung aus dem tiefen Teiche
wird fröhlich bunt und so richtig lebhaft laut –
Als stiegen aus dem Artenreiche
Manch Bräutigam nebst seiner schönsten Braut.

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