Vom Acker

Vom Acker

Frisch gepflügt liegt hier ein Acker
Boden gleichsam fein geeggt
So ein Traktor schafft das wacker –
Zeigt weithin, was in ihm steckt.
Wunderschöne zarte Rillen
Schmücken grad die Erdenhaut –
Nach des Landwirts besten Willen
Bodenpflege so ausschaut.
In die lockre Bodenkrume
wurde Gerstenkorn gesät.
Auf dem Feld wächst keine Blume,
Weil nur der Ertrag hier zählt.
Überall ruht glatt die Erde.
Kultiviert erscheint uns schön.
Dass das Korn erhaben werde,
wirkt pervers und sehr obszön.
Wo blieb nur die Erdenhaut,
in der reichlich Leben wohnte?
Ackerkrume tot ausschaut,
Seit sie Edaphon entthronte.
Böden sind nur noch Substrate –
Ganz entleibt und einsam leer.
Keiner wird für sie mehr Pate –
Kümmerer gibt es nicht mehr.
Zurück bleibt hier die Ackerfläche,
die fachlich gute Praxis zeigt.
Wenn ich erzürnt
Ins  Erdreich steche,
Keines Wurmes Seel
gen Himmel steigt.

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