Winterblues

Maisfeld

Winterblues

Kaum toter könnt
Ein Acker blicken –
Maistorsen mehr
Und mehr ersticken.
Im schneegeweissten Tuch –
Da liegt ein Schöpfungsfluch
Über abgeschnittenen Stümpfen
Gleichwie entlebten Rümpfen.
So wie sie kurz nur ragen,
So wollen sie uns sagen,
Dass nur noch Faserreste
Sind stumme Bodengäste.
Endlos erscheinen Reihen
Maisreste sie verleihen
Ein Bild vom Massengrab,
Weil hier so manches starb.
Toter kann es kaum werden
In solch durchnutzten Erden.
Heut grieselt weißer Schnee –
Der tut auch nicht mehr weh.
Bis auf zwei schwarze Raben,
Die wohl noch Hunger haben,
Zeigt sich kein lebend Tier.
So einsam ist es hier.
Es wird wohl weiter schneien,
Vielleicht bis alle Reihen
Eisfein beerdigt sind –
Vielleicht hilft ja der Wind.

Und grün macht wieder Maien –
Mais wird sich wieder freuen
Im wohlgedüngten Feld –
So ist halt diese Welt.

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2 Kommentare zu “Winterblues

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