Öde an den Boden

P1210942

Öde an den Boden

Zu Ende geht der Winterschlaf
Der Bauer macht die Pflüge scharf.
Im Bunker quillt in Fülle
Die pestilente Gülle.
Ende Februar da darf es stinken –
Der Boden darf nun Scheiße trinken.
Auch wenn er noch gefroren
Spritzt Dünger weit aus Rohren.
Dies ist der Anfang der Tortur
Noch radikaler wird die Kur.
Damit der Mais zum Himmel schießt,
und Beikraut nicht daneben sprießt.
Da wird gepflügt, geegt, gespritzt,
bis dass der Mais allein da sitzt
im Boden, den man im bereitet
Kaum andres Leben mit ihm streitet.
Ja öde ist es hier seit Jahren –
Dem Boden ist viel widerfahren
Durch Menschenhand wurde verbannt,
was immer Leben sonst hier fand.
Der Springschwanz ist längst fortgehüpft.
Die Milbe ebenfalls nicht schlüpft.
An diesem bodenlosen Ort
Ist auch der Wurm schon ewig fort.
Da es hier nichts zu beißen gibt,
die Assel ständig Kohldampf schiebt.
Kein Laub, kein Holz, kein Faserstück
Die Pflugschar nahm das ganze Glück.
Der Boden wurd zum Flächengrab,
in dem das meiste Leben starb.
Der Mais bringt wieder Biomasse,
da klingelt es gut in der Kasse.
Auch wenn der Boden reichlich tot,
so gibt es scheinbar keine Not.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: