Besuch beim Bach

Sandrippel

Besuch beim Bach

Hinter unserem Garten fließt,
wo Landschaft
noch etwas Freiheit genießt,
ein kleiner Alltagsbach
mit Wasserströmen daumenflach.
Das linke Ufer streckt sich
hoch hinauf zur Bahn
Am rechten malmt
zu Sommerzeiten Rinderzahn.
Das Bächlein rinnt
in gerade Form gestreckt
Es wirkt von braunem Schlamme
leicht verdreckt.
Vor Jahren fand ich
ein paar Muscheln dort –
Es war leider der letzte Ort,
für diese sehr bedrohte Art.
Das Ende blieb ihr nicht erspart.
Bergschäden nahmen viel der Wasserflut.
Landwirtschaft wirkte gar nicht gut.
Der Bach verlor von seinem Inventar
Sein Leben machte sich sehr rar.
Gestern war ich nach langer Zeit
Für meinen Bach besuchsbereit.
Wer von den alten Freunden
war denn heut noch da –
Seitdem das Unheil hier geschah?
Am ersten Stein da hingen fest
Köcherfliegen – gleich ein Nest.
Auch Eintagsfliegen liefen munter
Von Steines Kante flüchtend runter.
Das braune Kleid im Schlammeston
Trugen Steinfliegen – wie immer schon.
Bachflohkrebse kurvten Kreise –
Unnachahmlich ihre Weise.
Viele Freunde traf ich wieder,
bückte mich zu ihnen nieder,
grüßte sie mit meinem Blick –
ließ zufrieden sie zurück.

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