Das alte Blatt

Falllaub

Das alte Blatt

Das alte Blatt liegt unzerkaut
Ganz spröde auf der Bodenhaut
Vermisst Kontakt zum Erdenreich –
So wird kein Körper feucht und weich.
Hart rascheln viele Blätterleichen.
Niemand will sie zum Mahle reichen.
Kein Asselchor, kein Milbenheer
Die dächten hier an den Verzehr.
Auch meiden Würmer diesen Ort
Und Schnecken sind seit langem fort.
Hainbuchen steh’n in Reih und Glied,
wo Landwirtschaft das sonst vermied.
Vor Jahren war hier Ackerbau
Und Bodenpflege stets genau
Bestand aus Pflügen, Kultivieren
Fernab von muntren Bodentieren.
Für Bäume gab es kein Milieu –
So wie ich in den Boden seh.
Nun braucht es wieder lange Zeiten,
bis Lebewesen sich ausbreiten,
bis Pilze neue Heimat finden
und sich mit Wurzeln eng verbünden.
Vielleicht wird demnächst manches gut.
Im Boden fließt gar Eigenblut.
Es kann auch sein, dass wir die Buchen
Vergeblich bald am Ort besuchen.
Denn ändert sich die Nutzungsweise,
Geht umgekehrt die Ackerreise.
Dann steht an dieser Baumwuchsstelle
Der Mais erneut als Einkunftsquelle.
Es raschelt kaum mehr altes Laub –
Ganzjährig weht hier Bodenstaub.
Ich brauch mich auch gar nicht zu fragen,
ob Bodenleben liegt im Argen.
Solang der Mais Äcker bedeckt,
nur selten dort ein Tierchen steckt.

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