Räuberschnee

Räuberschnee

Räuberschnee

Ich streife durch den Frühlingswald.
Der Ostwind bläst mir Ohren kalt.
Der letzte Schnee ging mit der Wärme
Der Mittagssonne in die Ferne.
Das Kollektiv vermischter Bäume
Zeigt knospenhaft vorerst noch Bräune.
Ich find im Strauchwerk immerhin
Im zarten Ansatz etwas Grün.
Plötzlich seh ich an kleiner Stelle –
Der Wald macht eine Bodenwelle –
Ein kleines weißes Flockenmeer
Als lächle hier Frau Holle sehr.
Ich weiß natürlich, was ich seh,
ist alles andere als Schnee.
Bald hock ich vor dem Flockenort
Und bin bekümmert: Es war Mord!
Gerupft liegt hier das Federkleid –
Den Korpus find ich auch nicht weit.
Das Opfer war ein großes Tier
Und überraschend zeigt sich mir:
Geschlagen hat ein Greif die Art,
Die vormals wohl ein Bussard ward.
Der Räuber nahm ohn jede Milde
Ein Mitglied aus der eignen Gilde.
Verdutzt bleib ich am Räuberschnee
Und glaube kaum, was ich dort seh.

Bussard

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