Wasser bis zum Hals

WasserpfützeWasser bis zum Hals

Wenn ich böse und aber ehrlich denke,
Sind Hochwässer tolle Naturgeschenke.
Was ansonsten brav zu den Meeren hin fließt,
Sich urplötzlich als wahre Sintflut ergießt.
Niederungen und Auenflächen
Dann als Seen im Überfluss bestechen.
Wären Flusslandschaften doch menschenleer,
dann gäb es kein Wehklagen und Zetern mehr.
Das an sich so kluge Menschengeschlecht
Verteufelt die Fluten nach eigenem Recht.
Man hat sich an Flüssen viel Städte gebaut,
in denen sich meterhoch Wasser nun staut.
Obwohl jeder weiß, die Fluten kehren wieder,
Reißt keiner sein Haus in der Aue nieder.
Wer vorsätzlich blöd in der Rinne baut,
hat Weisheit niemals mit Löffeln gekaut.
Wird das Haus unterspült, vom Wasser zerstört
Schon bald der Betonmischer fröhlich röhrt.
Am Fluss wird der Deich einfach wieder erhöht,
damit höchstes Wasser durch die Betten geht.
Kommt die Jahrtausendflut bald schon zurück,
bricht sie der Dummheit kaum das Genick.
So steht uns das Wasser hoch bis zum Hals.
Zu Einsicht und Handeln führt das keinesfalls.
Man wiegt sich im Trockenen für geraume Zeit –
Verzeiht allem Wasser wohl auf Ewigkeit!

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