Das Moor – hat seine Schuldigkeit getan

MaismoorDas Moor –
hat seine Schuldigkeit getan

Oh traurig ist`s übers Moor zu gehen –
Nichts wabert und wankt unter den Füßen
Früher da gab’s bunte Birkhühner zu sehn.
Der Gagelstrauch ließ würzig grüßen.
Am schwarzen Wasser hell Wollgras blinkt.
Diese Zeiten sind leider vorbei.
Der torfige Grund nicht mehr haltlos schwingt
Kein Blaukehlchen sitzt auf dem Ei.
Der Torf wurde vor Jahrzehnten geklaut
Verbrannt oder in Gärten verstreut.
Die feuchte Idylle ist längst abgebaut –
Was kaum jemand wirklich bereut.

Das Moor ist weg – vom Torfe befreit.
Statt Flatterbinsen vom Winde bewegt
Ein Traktor mit Pflug auf der Fläche steht.
Statt Moor nun Mais – die Fläche ergrünt
Der Bauernfleiß wird nicht gesühnt.
Vom Moor bleibt grad der Name stehn –
Was dort mal war, kann keiner sehn.
Oh traurig ist’s über den Maisacker zu gehen –
Nichts krabbelt mir unter den Füßen.
Ich kann weder Wurm noch Käfer erspähn:
Manch Leben darf nicht mehr grüßen.

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