Lämmerliches (2)

SchafeLämmerliches (2)

Fünf Monate sind nun verstrichen,
Der Herbst hat Grünes fahl geblichen
Oder gar purpurrot entflammt –
Bevor zur Fäulnis es verdammt.
Die Lämmer, die so niedlich waren
Mit ihren krausen weichen Haaren,
Sind stämmig nun und voller Kraft
Und stehen als Böcke schon im Saft.
Das nette Schafsfamilienglück
Verändert sich so Stück um Stück.
Die eingewollten süßen Dinger
Sie saugten mir so gern am Finger.
Sie sind jetzt frech und ziemlich stur
Und kennen Streitlust scheinbar nur.
Der Vater war zuerst noch stolz –
Jetzt zeigt er nur noch grobes Holz.
Prügelt sich oft mit seinen Söhnen,
Bis Köpfe aneinander dröhnen.
Da werden Kinder zu Rivalen,
die ihrem Vater Lehrgeld zahlen,
wenn sie ihn dauernd provozieren
und endlich dabei stets verlieren.
Die Lämmerzeit ist längst vorbei.
Der Nachwuchs kämpft sich bockig frei.
Jetzt heißt es, jung und alt zu trennen,
eh ihre Köpfe blutig brennen.
Die Mutter wird bald wieder trächtig.
Im Winter wöbt der Bauch sich mächtig.
Um Ostern ist es meist so weit:
Dann mäht die nächste Lämmerzeit.

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