Möhrenklau

MöhrenMöhrenklau

Auf meiner Runde mit dem Hunde
Komm ich an einem Feld vorbei.
Da lockte es mich süß im Munde,
doch mein Gewissen ist dabei.
Im Frühjahr blieb der Acker nackt.
Er schien mir lang vergessen.
Dann wurd gesät und das exakt
Man konnt den Abstand messen.
Ein zartes Grün erschien im Licht,
Da sollt ich es bald ahnen.
Als kleine Pflänzlein dicht an dicht
Wuchsen Möhren in Bahnen.
Im Sommer spross das Möhrenkraut
Es halfen Bauers Spritzen.
Das Feld auch heut noch frisch ausschaut
Noch grün bis in die Spitzen.
Sie sind allein in weiter Flur.
Der Rest liegt längst im Scheuer
Nun lockt in mir die Raubnatur:
Möhren sind so nicht teuer.
Ein paar mitzunehmen fällt nicht auf
Bei diesen Riesenmengen.
Absurd scheint mir ein Ladenkauf.
Man wird mich nicht gleich hängen,
wenn ich mir Wurzeln zieh heraus
nur für die eigene Küche.
Ich freu mich schon auf mein Zuhaus
Und leckere Kochgerüche.
Im Innern mahnt mich ein Stimm,
dass ich zum Diebe werde.
Dann denke ich: ist halb so schlimm
Weil ich niemand gefährde.
So geht das in mir hin und her:
Mal Dieb, mal Möhrenschützer.
Entscheidung fällt mir ach so schwer:
Mal Feind, mal Unterstützer.
So wie ich alles so bedenke,
find ich für beides guten Grund.
Die Schritte, die ich vorwärts lenke,
Bestimmt inzwischen nur der Hund.
Erneut haben wir das Feld verlassen.
Die Möhren stehen in Reih und Glied.
Ich kann die Skrupel jetzt nur hassen
Ein reines Herz Genuss vermied.

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