O Täler weit, o Höhen

EifelbachO Täler weit, o Höhen

O Täler weit, o Höhen
Du schön geschaffne Welt,
Was musste hier geschehen,
unter dem Himmelszelt?
Ich seh den Bach sich winden
Voll Freud und Übermut
Er lässt sich nie fest binden
Sein Wasser kämpft wie Blut.
Sein Spiel mit Sand und Steinen
Hat er noch nie verlernt.
Vom Groben wie vom Feinen
Hat er so viel entfernt.
Was meerwärts wird getragen
Zertrümmert bis zum Korn
Gestein rollt durch den Magen
Hat Größe stets verlorn. Weiterlesen

Weihnachtsblüten

RainfarnWeihnachtsblüten

In diesem Jahr:
Vom hohen Sommer bis ans Krippenfest
Der Rainfarn nicht das Blühen lässt.
Von weitem leuchten gelbe Knöpfe,
Dicht geschart wie Kopf an Köpfe.
Mit Rainfarnblüten da verbinde
Ich Augustwärme, süße Winde.
Am Blütenteller schweben Fliegen,
die scheinbar körperhaft nichts wiegen.
Auch kleine Käfer marmoriert –
Werden vom Duft hierher lanciert –
Sie wollen köstlich Nektar schlürfen
und saugen auf, was sie nur dürfen.
Am Tage von dem Weihnachtsfeste
Da fehlen all die Blütengäste.
Im Äther tönt kein Summgebrumm.
Verwaist bleibt diese Flora stumm. Weiterlesen

Gozitanische Impressionen

GozokalkkunstGozitanische Impressionen

Insula parva – kleine Insel
Weit in Mediterranien
Liebliches Sonnenwetter
Saftig grüne Kleeflächen
Blühendes Steinkraut,
wohin man auch blickt.
Verstreute Dörfer
Eng gebaut aus
Mildbeigem Kalkgestein.
Mitten im Ort die Seele:
Prätentiöse Gotteshäuser
Meist mit sanften Kugeltürmen.
Weithin sichtbar
Als Zeichen der Heimat.
Die geschmeidigen Hügel
Facettiert zu unzähligen Feldern.
Jedes gestärkt durch
Kunstvolle Trockenmauern. Weiterlesen

Quellzoologie

SchmetterlingsmückeQuellzoologie

Die ersten Worte deren Silben
Gehören winzig kleinen Milben.
Sie krabbeln flink und achtfach munter
Mal weißlichgrün mal etwas bunter.
Ganz ohne Beine mit glitschgem Fuß
Zeichnet die Quellschnecke zum Gruß.
Ein Deckel schließt ihr Häuschen zu –
So hat sie vorerst ihre Ruh.
Auf Augenhöhe kann sie tuscheln
Mit freundlichen Quellerbsenmuscheln.
Die buddeln flach in Schlamm und Sand
Gerieft ist zart die Schalenwand.
Ein Hakenkäfer dieser Wicht
Schön langsam auf dem Steine kriecht.
Ein schwarzer Punkt – ganz ohne Eile –
Dem widme ich grad diese Zeile.
Der Alpenstrudelwurm ist platt.
Er meuchelt sich im Dunklen satt. Weiterlesen

Jahreszeitenlos

ChristroseJahreszeitenlos

Eine milde atlantische Brise
Wie diese
Hatten wir schon so oft –
Dann bleibt der Winter soft.
In blattentleerten Bäumen
Fangen Knospen an zu träumen
Vom frühen Frühjahrsglück –
Sie machen sich schon dick.
In Wiesen strotzt das Grüne
Und auf der warmen Bühne
Blüht gelb der Löwenzahn.
Hoch auf dem Wetterhahn
spottet der Drosselmann –
so laut er kann. Weiterlesen

Acht – geben

EidechseAcht – geben

Am Gigantentempel auf Gozo
Klebte sie am warmen Stein.
Wie ich sie so sah
Mit vierfachem Gebein,
da dachte ich im Augenblick,
was für ein Riesenglück,
dass ich achtgegeben habe
auf dieses herrliche Reptil –
davon gab es eigentlich so viel.
Doch mit einer so eleganten Acht
Ganz allein aus Schwanz gemacht
Stahl diese Eidechse –
das wusste sie ganz genau
allen anderen Kollegen die Schau. Weiterlesen