Der Zahn der Zeit

WeidepfahlDer Zahn der Zeit

Überall Nagespuren
Auf Schritt und Tritt
Wohin ich auch blicke
Die Zeit frisst mit.
Das gestern noch gelbe Blatt
Vom so bunten Herbst
Die hungrige Fäulnis hat
Es moderbraun gefärbt.
Am Sturmopferbaum
Wachsen Pilze und Moos
Sein luftiger Lebenstraum
lässt ihn am Boden los.
Am Weidenrand
Schaue ich tief in den Pfahl
Merkwürdige Zapfen –
Sechs an der Zahl –
Bürgen für frühere Äste
Fast wie ein hölzern Fossil
Wie knöcherne Reste
Im langsamen Abbauspiel.
Der Zahn der Zeit
Wird weiter nagen.
Granit kann verwittern
Nach endlosen Tagen.
Aus Kristallgittern
Weicht die Bindungsenergie.
Aus Großem wird Kleines
Nicht irgendwie.
Der Zahn der Zeit
Schont weder Greis noch Kind.
Am Ende stehen Stoffe,
die neues Leben sind.
Die dunklen Zeiten im Jahr
Zeigen mehr Ende und Verlust
Doch in pochender Brust
Wartet das Neue schon
Auf Wärme wie Licht:
und die Knospe bricht.

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