Der letzte Januar

EispfützeDer letzte Januar

Die Sonne muntert mich zum Laufen.
Die Luft atmet so kühl und rein.
Am Schuhwerk zieh ich fest die Schlaufen.
Mein Hund will mein Begleiter sein.
Die Nacht war völlig sternenklar
brachte uns Frost und etwas Reif.
Und das am letzten Januar
Manch Wegesspuren froren steif.
Ich traf auf hübsches Pfützeneis.
Das schmolz schon leicht am Rand.
Es zeigte Zähne blendend weiß
Fast wie im Märchenland.
Im Schattenreich verblieb es kalt.
Dort traf ich Winterzeichen.
Doch wo die Sonne gütig strahlt,
stellt Frühling seine Weichen.
Die ersten Veilchen zärtlich blau
Wollten mich froh begrüßen.
Auch sah ich heute ganz genau,
dass Heckenrosen sprießen.
Am Weidenzweig viel Silberglanz
Von Kätzchen, die gesprungen.
Über dem Bach ein Mückentanz.
Fern wird ganz laut gesungen.
Die Meisen sind ganz aufgeregt
Bei ihrer Wohnungssuche.
Durch Hasel leichter Windzug weht –
Spechthämmern an der Buche.
Ein violettes Blütenmeer
Aus Heiden schmückt den Garten.
Doch bleibt die Pracht wohl bienenleer
Muss länger süchtig warten.
Schneeglöckchen läuten ganz in weiß.
Krokusse lachen bunter.
Ein Bussard segelt hoch im Kreis –
Schießt pfeilschnell plötzlich runter.
Zuletzt schau ich mir Efeu an
Mit schwarzer Frucht beschwert.
Wer diese denn wohl (fr)essen kann? –
Ist mir die Frage wert.
Der Januar ist fast passe.
Die Sonne geht bald unter.
Ich sage ihm grad noch ade –
Ich sah ihn selten bunter.

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