Beziehungslos

KrokusBeziehungslos

Da stand sie nun die Frühlingsblume
Am Uferrand von einem Bach.
Aus einer blattbedeckten Krume
Wird schönstes Violett hier wach.
Fünf leuchtend bunte Krokussterne
Stehn einsam hier auf weiter Flur.
Ich verweil, betrachte gerne
Die bunte Laune der Natur.
Beziehungslos erscheint die Pflanze.
Ihr Standort mutet ziemlich fremd.
Doch dieser Krokus nutzt die Chance,
Weil er die Gegend länger kennt.
Vorfahren wohnten wohl in Gärten.
Erfreuten dort manch Menschenherz. Weiterlesen

Schlafende Knospen

KnospenSchlafende Knospen

Seit Tagen platzen Knospen auf.
Aus ihnen quillt nun Leben.
So zeigt sich im Saisonverlauf
Im Wachstum liegt ein Streben.
Manch Baum und Strauch der öffnet sich
An unzählbaren Stellen.
Hat Blatt und Blüten dort für dich
Durch Teilung vieler Zellen.
Daneben hält, was lange währt,
im Tiefen Wachstumsnester.
Da schlafen Knospen unversehrt
Im Guten um so fester.
Wenn später Frost alles zerstört,
was zart am Strauche trieb,
durch Raupenfraß so unerhört,
vom Grünen nichts mehr blieb,
dann braucht die Pflanze ziemlich bald
damit es glücklich endet,
zum Weiterleben einen Spalt,
zur Tiefe, der dann wendet. Weiterlesen

Im Farbenrausch

IrisIm Farbenrausch

Die allzu warme Winterzeit
Ließ die Natur verfrühen.
Der Star putzt längst sein Hochzeitskleid
Brautsträuße reichlich blühen.
Im Garten zeigt sich Karneval
Ein Heer von bunten Jecken.
So mancher Strauch ist noch ganz kahl,
Will seine Knospen wecken.
Doch anderswo da strahlt es bunt
Im Reich der Azaleen.
Hier tut sich Frühjahrsfreude kund
Bald blühen auch die Schlehen.
Das Narrenkleid ist bunt getupft
Krokusse herrlich färben.
Der Spatz an frischer Miere zupft,
sucht Kraft für seine Erben. Weiterlesen

Rur-Futur

RurzuflussRur – Futur

Was wünscht sich wohl ein Fluss die Rur
Nach so viel tausend Jahren?
Der Mensch gab ihr manch neue Spur –
Was gilt es zu bewahren?
Im Hohen Venn da quillt die Rur
Aus feucht versumpften Stellen.
Ein Wanderer begegnet nur
Mit Vorsicht diesen Quellen.
Die Bachwelt hier im Rurgebiet
Zeugt reichlich frische Arten.
Ob man in Zukunft sie noch sieht,
dass müssen wir abwarten.
Am Anfang lebt die Rur noch wild
Stürzt sich ins Tal berauscht.
Verzaubert schön das Landschaftsbild –
Getier wird stets getauscht.
Im Wald bleibt Wasser sommerkühl
Das freut auch Köcherfliegen.
Ein Strudelwurm mag es nicht schwül.
Will kalt am Steine schmiegen.
Seit langem staut sich Wasser blau
Und Täler sind ertrunken. Weiterlesen

Frühlingsstrauß

SchneeglöckchenFrühlingsstrauß

Neben dem Bach in den verwilderten Auen
Gehe ich öfter neugierig schauen.
Hier liegen im Dutzend gebrochene Bäume –
Verwunschene Wildnis doch so voller Träume.
In diesem Winter, der wohl keiner war,
Kriecht grünes Moos, leuchtet wunderbar.
Aus dem Falllaub ist fast jede Farbe gewichen.
Der goldene Herbst ist am Boden verblichen.
Abseits vom Wege kenne ich Stellen,
Da finde ich jetzt meine Frühlingsquellen.
Schneeglöckchen drängen im Blätterteig
Sprießen durch manchen gebrochenen Zweig. Weiterlesen

In den Wolken

WolkenIn den Wolken

Weißt du wie viel Wolken ziehen
Windgetrieben am Firmament?
Manche gleiten, andere fliehen
Keiner alle Formen kennt.
Zart wie ausgezupfte Watten –
Gewitterschwarz und blitzerschreckt
Bringen sie uns so viel Schatten,
Wie der Himmel sich bedeckt.
Ganz geboren aus dem Nichts
Wachsen sie ins Grenzenlose.
Sind Akteure jeden Lichts
Wechseln ständig ihre Pose.
Schäfchenwolken bilden Herden.
Weißer Flaum in Sphären schwebt.
Wenn sie schwer und dunkel werden,
wird ihr Ende nass erlebt. Weiterlesen

UV-Leichen

tote RegenwürmerUV-Leichen

Zur Nacht prasselte nur Regen
Ungnädig stark auf Stadt und Land.
Wasser floss auf wilden Wegen
Gräben voll bis an den Rand.
Um Mitternacht da klärte sich
Der Himmel – zeigte Sterne.
Die Regenfront gen Osten wich,
verschwand in weiter Ferne.
Und Morgen war so blank und klar
Der Boden angefroren.
Die Sonne stieg so wunderbar
Ich fühlt mich neu geboren.
Am Vormittag reizt mich das Blau
Ins Grüne wollt ich gehen.
Doch unterwegs – was für ein Gau – Weiterlesen