Nachtsicht

VollmondNachtsicht

Der Tag machte dem Monat alle Ehre
Mit Graupelstürmen im Minutentakt.
Die Blüte der Johannisbeere
Hängt tropfenschwer
und kältenackt.
Nach Schauerprasseln wird es plötzlich hell.
Die Sonne blitzt im Nu wie nie.
Die nächste Schauerfront
jagt windesschnell
Der April wettert und führt heut Regie.
Zur Nacht trete ich endlich vor die Tür.
Der Vollmond gibt ein geisterweißes Licht.
Ich hatte wohl spontan da ein Gespür
Wofür – das wusste ich noch nicht.
Lockere Wolken trieben voller Hast
Über den hellen Kugelmond hinweg.
Sie trugen kaum noch schwere Regenlast
Im Lichte jagend
wie ein fliehend wilder Fleck.
Dann zog sich frei der kühle Abendhimmel.
Der Mond war mir unheimlich
doch so klar.
Es blinkte auf das ferne Sterngewimmel.
Doch Luna stand vor mir
ganz augennah.
Von Meteoriten sah ich
tief in deren Schlünde,
Als wär ein Schuss dort heftig explodiert.
Die Forscher kennen dafür all die Gründe
Und wann dem Monde das unlängst passiert.
Ich bin von so viel Klarheit fast geblendet.
Die Luft ist rein für bestes Sonnenlicht,
Das durch die Nacht dem Monde wird gesendet,
sich spiegelhaft und klärend bricht.
Mein Bild vom Mond
bekommt so neue Tiefe.
Die Welt wird mir dabei fast etwas klein.
Ich denk grad an ungeschriebene Briefe –
Sie sind weit weg
wie kühler Silberschein.

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