Auf der wilden Möhre

P1290090Auf der wilden Möhre

Seit ein paar Jahren
wächst vorne im Garten
Ein Doldenblütler
wohl aus Wildblumensaaten.
Ich wusste lange Zeit nicht,
was für ein Kraut das war.
Doch was auf den Blütentellern
im Junisommer geschah,
das war wie ein gedrängter Insektenzoo
und machte das Herz eines Biologen froh.
Der schaute dann in der Botanik nach:
Das brachte „ Wilde Möhre“ an den Tag.
Die Bestimmung gelang auch zweifelsfrei;
Denn die Dolde hat immer grüne Blätter dabei.
Ab Juni lockt
betörender Blütenduft
Weithin riechbar
in wohliger Sommerluft.
Beflügelt kommen sie angeflogen
Ganz voller Sucht nach den Nektardrogen.
Ich will nur einige Gäste hier nennen,
Viele werden sie auch längst schon kennen.
Da sind die Brummer und Schwebefliegen,
die nicht selten den Hals voll Zuckrigem kriegen.
Feldwespen, einige Wildbienenvertreter,
Besuchen die Dolden als Tankstellentäter.
Klitzekleine Käfer, schmale Böcke sitzen
Festgekrallt an den Blütenspitzen.
Für den Admiral ist die Blüte
ein willkommener Landeplatz
Nervös macht Schlupfwespe
einen ängstlichen Satz
An den Rand des begehrten Blütenplateaus.
Der Landeverkehr ist wirklich famos.
Solange die Sonne schenkt wärmendes Licht,
ist ein Ende des Treibens wohl kaum in Sicht.
Ich entdecke eine Spinne
versteckt auf der Lauer.
Ihr leerer Magen
ist hier nicht von Dauer.
Jeden Tag begrüß ich wieder neue Gäste –
Mal eng tailliert
oder mit goldener Weste.
Die Wilde Möhre zeigt sich
bescheiden geschmückt.
Doch ihr Freundeskreis
macht sie rundum beglückt.

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