Samenreife

MöhrensamenSamenreife

Der Sommer den Zenit erreicht
An Bäumen erstes Laub erbleicht.
Das Blütenmeer der letzten Tage
Es schwächelt sehr – ganz außer Frage.
Das Rosenrot löst sich vom Stiel,
Was übrig bleibt, ist nicht mehr viel.
Das einst so tolle Blütenkleid
Zerfällt in Überflüssigkeit.
Wo vorher Pollen wurd genossen,
der Nektar reichlich ist geflossen,
da wächst die Frucht am Narbengrund
und reift heran von Stund zu Stund.
Nun steh ich vor der Wilden Möhre,
die ich besonders hoch verehre,
weil sie mir so viel Leben schenkte –
Die Kreatur reich zu mir lenkte.
Die Ränder von dem Blütenteller
Sie wachsen nun ein wenig schneller.
Sie biegen sich zur Mitte hin
Das macht vielleicht auch etwas Sinn.
So schützen Möhren Samengut –
Wie manche Mutter gleiches tut.
Die Samenbälge sind behaart
Wie Sonnentau so edelzart.
Tautröpfchen funkeln an den Spitzen
Lassen das Wasser hell erblitzen.
Mir scheint auf mal der Samenständer
Im schönsten aller Festgewänder.
Wie fein sich die Gemeinschaft schmiegt,
eh alles auseinanderfliegt.

Nicht alle Samen sind so schön
Figürlich herrlich anzusehn.
Da gibt es welche schlicht und rund
Für Schnörkel hat es keinen Grund.
Andere sind dagegen spitz
Hier haben Dörnchen ihren Sitz.
Es gibt auch solche federleicht
Im Fliegen sind sie unerreicht.
Manch Samen steckt im Fruchtfleisch tief,
worin er Monate lang schlief,
bis irgendwer ihn hungrig aß,
und die Verdauung nicht vergaß.
So kam der reife Samen spät
Auf diesem Weg ins Erdenbeet.

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