Raupen

img060Raupen

Bis in die Puppen fressen
Jegliche Figur vergessen
Der Bauch quillt dick und rund
Is(s)t dennoch meist gesund.
Raupen schnetzeln tief im Kohl
Fühlen sich dort pudelwohl.
Raupen lieben Salatblätter
Werden davon immer fetter.
Raupen nagen selbst an Nesseln,
an die sie sich mit Seide fesseln.
Im Erdenreich sind Engerlinge
Beim Wurzelfraß stets guter Dinge.
Viele Raupen sind nicht schön –
andre ganz hübsch anzusehn.
Im Innern ihrer Raupenhaut
Sich Neues bald zusammenbaut
Wenn im Puppenbett sie ruhn,
haben sie oft gut zu tun.
Heißt es doch, sich ganz zu ändern
Von der Mitte zu den Rändern.
Aus dem plumpen Raupensack
Schlüpft hervor im neuen Frack
Plötzlich so ein Flatterding –
Ach man nennt es Schmetterling.
Fette Raupe – hübscher Falter –
Schöner wird man hier im Alter.

Meistens ist das umgekehrt
Schlechtert sich der späte Wert.
Wenn ich auf die Menschen schau,
stimmt das – glaub ich – ganz genau.
Babys sind unfassbar niedlich,
Wenn auch manchmal wenig friedlich.
Die Jugend ist oft gertenschlank
Die Haut so glatt – der Blick so blank.
Doch später kommt Metamorphose
Weiter wird im Bund die Hose.
Gefuttert wird nach Herzenslust
Auch nimmt man einen mehr zur Brust.
Bei einer derartigen Behandlung
Macht unser Körper eine Wandlung.
Er bläht sich auf wird rund und fett
Am Ende ist das nicht mehr nett.
Das Tragische an der Geschichte,
das ich am Ende noch berichte,
Selten kommt es zum happy end –
Wie es die Raupe für sich kennt.

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