Frauenmantel

P1000362Frauenmantel

Wie durchscheinende Silbertröpfchen
Erscheinen Wasserköpfchen.
Ganz still über Nacht
Sind Kunstwerke vollbracht.
Göttlichem Tau gleichen sie
Reingewaschen wie nie
Brechen sie funkelnd im Morgenlicht
Kristallkugeln dicht an dicht.
Kaum ein Wasser äugelt so rein
Und im Sonnenschein
Vollendet sich Klarheit.
Doch was ist die Wahrheit?
In regengesättigten Sphären
Kann Verdunstung sich nicht mehr mehren.
Der Frauenmantel fängt an zu schwitzen
Und peu a peu da sitzen
Tröpfen am Blätterrand
Als Tau oder Regen verkannt.
Was uns als Ästhetik erschien,
ist eigentlich Pflanzenurin.
Um Mineralstoffe nicht zu verlieren,
Brauchen Blätter Gewebe als Nieren.
Trocknen die Kugeln dann ab,
Bleibt dort ein weißer Belag.
An Harnstoff könnte man denken
Und sich im Befunde beschränken.
Ich schau auf die Blattrandspitzen,
Wo die herrlichsten Kugeln sitzen.
Nach innen auf der flächigen Haut
Jedes Tröpfchen so winzig ausschaut,
dass ich es einzeln kaum sehe,
obwohl ich schon länger hier stehe.
Es ist nur noch Glitzergewand –
so schön, wie ich es bisher nicht fand.

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