Funkelrüben

RunkelnFunkelrüben

Auf einem Feldstück schön gereiht
Liegen hier Runkeln im gelbbunten Kleid.
Die Herbstsonne wärmt die stattlichen Knollen
Die kaum noch Landwirte anbauen wollen.
Ich seh diese Rüben nach sehr langer Zeit
Schon macht sich Jugenderinnerung breit.
Eine Runkelrübe für den Martinszug
Wurd zur Laterne – es gab ja genug.
Für ein paar Pfennige trennte der Bauer sich –
Die schönste Rübe war gerade gut für mich.
Besonders nach denen mit der rotesten Haut
Haben wir Kinder im Haufen geschaut.
Es gab auch gelbe und mit orangenem Ton
Die waren zur Not noch eine Option.
Am besten waren Runkeln mit glattem Gesicht,
weil später bei ihnen die Verzierung besticht.
Zu Hause wurd das obere Ende abgeschnitten
Dann ausgehöhlt zunächst aus den Mitten.
Am Ende blieb nur eine dünne Wand stehen –
Man sollte durch sie das Kerzenlicht sehen.
Mit feinen Linolmessern wurde die Runkel verziert
Sankt Martin mit dem Pferd in die Rübe seziert.
Viele Sterne und Muster haben die Runkel geschmückt
Uns Rübenschnitzer hat das sehr beglückt.
Der obere Rand war gezackt und gespitzt
Auch sonst war die Runkel zart eingeritzt.
In das Kunstwerk wurde ein Stiel geschoben
Ein Kerzenhalter befestigt dann oben.
Manchmal zerbrach die Runkel dabei –
Man hörte recht laut den entsetzten Schrei.
Die schönste Runkel wurde am Ende prämiert –
Es gab einen Preis – den hat wer spendiert.
Die funkelnden Runkeln und der Kindergesang
Ist etwas entschwundener Heimatklang.
Ich sehe die Runkeln und denk gern zurück
An herrliches Brauchtum und Kinderglück.

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