Am Moorsee

MoorseeAm Moorsee

Novemberfahles kaltes Licht
Aufs Wasser fällt, wo es sich bricht.
Faschinenreste ragen stumm
Am Uferrand vom See herum.
Kein Windeshauch lässt Wellen rollen.
Kupferne Binsenhalme wollen
Nicht einmal augenblicklich zittern.
Das Birkengelb will nur verwittern.
Ganz fern erkenn ich Silhouetten
Da bilden Wasservögel Ketten.
Gedämpftes Quaken schallt herüber –
Die Sicht zum Ufer dunstig trüber.
Es sind wohl Enten, die dort rasten.
Die schwachen Klänge ja die passten
Wohl einzig zu dem Schnabeltier,
die ich bald aus dem Blick verlier.
Der Moorsee atmet tiefen Frieden.
Heut wird Bewegung ganz vermieden.
Der Blätterrest am kahlen Baum
Regt sich nicht mal in meinem Traum.
Die Gräserwelt wirkt ausgeblichen
Jegliches Grün dem Halm entwichen.
Binsen, Seggen sind honigbraun
In ihrem Herbstkleid anzuschaun.
Wo etwas Moor lebendig blieb,
zeigt Torfmoos seinen grünen Trieb.
In kleinen tümpeligen Wässern
Will Sphagnum seine Welt verbessern.
Inmitten der Novemberwelt
Das weiche Moos extrem gefällt.
Das Moor war heute kühl und still,
weil es die Jahreszeit so will.
Ich fühlte mich hier richtig gut –
Fernab von dichter Menschenbrut,
die aufgeregt ist und empört,
wenn grad die Bahn nicht ständig fährt.
Die neu gewonnene Bahnhofsstille,
das war nun mal gar nicht ihr Wille.
Am Moorsee blieb es sanft und leis –
die Stille sprang nicht aus dem Gleis.
Das Moor hat seine Schuldigkeit getan.
Der Torf verbrannt längst von dem Ahn.
Zurück blieb nur ein schwarzer See,
an dem ich ruhig lang noch steh.Moortümpel

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