Reifliche Überlegungen

ReiflichesReifliche Überlegungen

Novembernächte tief vernebeln.
Nasse Luft will uns fast knebeln
Licht entschwindet ganz diffus.
Ein jedes spürt den kalten Kuss.
Wenn sich der Dunst ganz spät noch löst,
Das Wasser fein zu Boden stößt,
Wie Klarheit Kälte mit sich bringt,
der frühe Tau als Raureif blinkt.
Kristalle wachsen ganz wie Zauber
Erscheinen diamantensauber
Mit völlig unverletzten Spitzen,
die hoch auf Blätternerven sitzen.
Die Reifeshaut zieht maskengleich
Starr über Rosengesichter.
Was vorher noch gewebeweich,
Ist eishart voll Lichter.
Die Morgensonne spiegelt grell –
Das Reifliche erstrahlt so hell.
Altnebel scheint im Glanz gefangen –
Der junge Reif schon voller Bangen,
dass Wärme ihn bald transzendiert
und er sein Twinkelkleid verliert.
Wie schön sind reifbelegte Sphären –
Man möchte Wintergötter ehren.
Dabei bleibt alles nur
Laune der Natur –
Zerfließt zurück
in Tröpfchenspur.
Solch ein Spektakel
möcht sich wiederholen.
Der Winter kommt
auf frostig kalten Sohlen.
Sein reifes Hemd
bedeckt die Blößen kaum
bleibt voller Zartheit aber
mehr als jeder Traum.

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