Der kalte Wind

DezemberwolkenEin kalter Wind

So grauenvoll dies Wolkenmeer
Am Himmel jagt es wasserschwer.
Ein kalter Wind fegt mein Gesicht
Dezembermorgen ohne Licht.
Wohin ich blicke, wirkt es Leer
Das nasse Laub am Straßenteer
Hat seine Ruhe dort gefunden.
Brennnesselruten rau zerschunden
Das letzte Blattgrün angefroren
Zeigt hässlich welke schwarze Ohren
Ein gräsern Kraut ganz ausgebleicht
Nur Lebensferne aus sich zeigt.
Der Wind bringt Wasser wilde Wellen
Die Wegespfützen werden Stellen,
Wo Springfluten im Nu entstehn
Und in der Flaute schnell vergehn.
Die nächste Bö rauscht durchs Geäst,
Was halben Baum erzittern lässt.
Am Waldrand flieht ein Blattverbund
Ganz ziellos übern Bodengrund.
Der Wind hat Regen im Gepäck.
Der Feldweg wird zum feuchten Dreck,
der seifig unterm Fuße rutscht
und hörbar von der Sohle flutscht.
Ich zieh den Kragen weiter zu.
Das Wetter kommt heut kaum zur Ruh.
Ich finde wenig, das mich wärmt,
Solange dieser Wind so lärmt.
Ach wäre es nur richtig kalt,
dass Frost ein Wintermärchen malt,
dass Reif die Tanne so verhext,
dass Weihnachtsstimmung glitzernd wächst.
Heut ist der warme Wind nur kalt.
Die Landschaft zeigt sich öd und alt.
Ich freue mich auf ersten Schnee,
weil ich dann vieles anders seh.

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