Zwischen den Jahren

WeidepfahlZwischen den Jahren

Weihnachten hat seinen Scheitelpunkt verlassen.
Das nervöse Geleut an den Ladenkassen
Beginnt zu verstummen.
Die Kunden sind wie immer die Dummen.
Erneut wieder mal hereingefallen –
Penetrante Werbung erzeugt Besitztumsgefallen.
Über Nacht wird Weihnachtsgebäck zum Ladenhüter.
Die zu früh strapazierten Magengemüter
Beschweren sich seit vielen Wochen mit Frust
über Spekulatius, Printen und Stollenfresslust.
Vieles zum Ende verschleudert im Preis,
weil jeder Billigkunde längst weiß:
der Gewinn ist schon früh und reichlich gemacht –
Weit bevor die Glocken läuten zur heiligen Nacht.
In nächster Nähe wartet nun ein Neues Jahr.
Dass sich nichts ändert, ist wohl die größte Gefahr.
Im Kopf spukt zwar manch Revolution.
Doch die Gewohnheit lächelt so voller Hohn.
Irgendwann wird selbst fader Überdruss
Eine idiotische Form von Lebensgenuss.
Was mir immer noch Freude für das nächste Jahr bereitet,
dass sich die Natur zum Frühling bunt kleidet,
dass die Schwarzdrossel, die nur plusterig fror,
mit der Konkurrenz flötet im Liebeschor,
dass die Frösche, die ruhten im Teichesschlamm,
machen die Schallblasen so richtig stramm,
dass die Bienen, die so lange in der Beute gehockt,
ein Meer dufter Blumen in die Freiheit dann lockt,
dass der Käfer, der unter dem Steine geruht,
seine sechs Beine bewegt mit jungem Blut,
dass ich selbst wieder spüre, wie Leben frisch schmeckt
und jeder Tag wird mit Blühwerk gedeckt.

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