Steinbutt

SteinbuttSteinbutt

Da liegt er nun im Stein begraben
Ein kleiner Fisch ganz platt gedrückt.
Millionen Jahre ja die haben
Ein letztes Bild hier fest gefügt.
Ich will die Art gar nicht erst wissen.
Für mich soll er ein „Steinbutt“ sein.
Er schmiegt im harten Ruhekissen.
Sein Schuppenkleid bleibt noch sehr fein.
Wo ist er damals her geschwommen?
Wie tickte früher seine Zeit?
Ich hab den Stein einfach genommen
Als eine alte Kostbarkeit.
Er lässt mich weit nach hinten schwingen
In menschenlose Glücklichkeit.
Er lässt mich alte Meere finden
Ganz ohne die Geschäftigkeit.
Sein Kopf zeigt mir manch Schädelplatte.
Sein Hirn war damit gut geschützt.
Die Nerven, die der Steinbutt hatte,
haben ihm damals gut genützt.
Ich will nicht weiter spekulieren,
wie wohl sein Lebensraum aussah.
So späte Spuren sich verlieren.
Ich komm der Wahrheit nicht sehr nah.
Mein Steinbutt ruht in der Vitrine
Sein Nachbar ist ein Ammonit.
Im Bernstein schläft die wilde Biene
Daneben liegt ein Belemnit.
Manch Leben ist längst ausgestorben.
Die Arten sind aus dieser Welt.
Ihr Lebensraum war schnell umworben.
Denn Neues sich hier gut gefällt.
Heut wird die Vielfalt ausgerottet.
Nicht nur im Meer ja auch an Land.
Der Artenschutz wird fast verspottet.
Nur Wachstum fordert der Verstand.
Mein Steinbutt blieb davon verschont.
Natur war mit sich im Reinen.
Nun ist die Welt menschenbetont
Und wächst im Bau
mit seinen Steinen.
Ammonten

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