Sellerieekel

SellerieknolleSellerieekel

Ob Speisekarte, Hausmannsküche
Das Essen schmeckt mir immer.
Ganz faszinierend sind Gerüche
Von Bratenduft im Zimmer.
Heut kann ich alles gut verspeisen.
Die Zunge selten protestiert.
Zu Hause oder auch auf Reisen
Wird vieles Neue ausprobiert.
Doch wenn ich an die Kindheit denke,
da war der Frieden oft gestört.
Da ging ich über Tisch und Bänke,
wurde mein Bitten nicht erhört.
Was auf den Tisch kam wurd gegessen.
Da gab es nirgends ein Pardon.
Manch Ohrfeige hat bald gesessen
Und ziemlich rau wurde der Ton.
Als kleiner Dotz gab es Gerichte,
da krampfte Magen Übelkeit.
Mir stand der Ekel im Gesichte
Stand Sellerie mir essbereit.
Er schwamm in deutlich großen Stücken
Besonders oft in Suppen rum.
Konnt Abscheu selten unterdrücken –
Zog meine Nase mehr als krumm.
Wie hässlich waren diese Knollen!
Wie übel stank erst ihr Geruch!
Dies Gemüse sah ich stets mit Grollen
Solch Essen war ein rotes Tuch.
Dasselbe galt für Linsensuppe,
die schmeckte einfach nur brutal.
Das Samstagsessen war mir schnuppe.
Die Folgen manchmal sehr fatal.
Auch Graupen, die schleimig gekocht
Dazu auch noch mit Sellerie,
hab ich als Kind niemals gemocht –
heute schätze ich und esse sie.
Wie sich Geschmack doch ändern kann,
Was ich als Kind zum Brechen fand,
das wird am Ende irgendwann
als Lieblingsspeise anerkannt.
Jetzt geh ich Sellerie einkaufen.
Auch Linsen schätz ich immer mehr.
Zeiten, dass Tränen deshalb laufen,
sind schrecklich lange nun doch her.

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