Vernebelt

NebelgeburtVernebelt

Der Tag wollte nicht wach werden.
Eine Nebellast erdrückt die Erden.
Durch grauen feinsten Tröpfchenstaub
Wird blindes Licht zum Wetterraub.
Am Boden trieft so kalter Schweiß.
Die Welt erscheint heut schmutzig weiß.
Es schwebt viel Wasser durch die Luft –
gar niemand hier nach Morgen ruft.
Mein Sinn verfolgt die trübe Spur
gezwungen durch die Urnatur.
Vorsichtig treten erste Silhouetten
aus trügerischen Schleierbetten.
Ein februarnacktes Baumgerüst
als Scheme von dem Dunste grüßt.
Ihm folgen zögernd Ast und Strauch
geboren aus dem Nebelbauch.
Im Hintergrund erwacht nun Raum
löst zögernd auf den fernen Saum.
Eine schwarze Drossel huscht vorbei
verfolgt von einer Nummer zwei.
In ihnen brennt der Frühling schon
eindeutig durch Rivalenton.
Aschermittwoch – Fastenzeit:
wozu bin ich denn wohl bereit?
Wenn nach dem Nebel Klarheit blinkt,
wenn nach der Stille Vogel singt,
wenn Knospen neugierig aufspringen,
dann wird das Wunderwerk gelingen,
dass das, was lange öd und leer
erscheint im bunten Farbenmeer.
Natur beendet Fastenzeit
Ist dann zum Blühen höchst bereit.

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