Ein Haufen Holz

HolzhaufenEin Haufen Holz

Im Wald da liegt ein Haufen Holz.
Der Besitzer ist wohl mächtig stolz.
Als Nutzholz war es ohne Wert,
weil krummes Wachstum es entehrt.
Kein Mensch wollte es warm verbrennen.
Es lernte keine Spaltaxt kennen.
Mann schob es einfach hoch zum Haufen
und ließ das Schicksal beißend laufen.
Am toten Holz klebt grünstes Moos.
Die Rinde bröckelt sterbend bloß.
Wer hier sein Auge offen hält,
sich diesem Haufen näher stellt,
der wird letztendlich nur noch staunen
über den Boden beglückende Faunen.
Da ist der an sich morbide Ast
alles andere als eine Last
für diesen schönen Buchenwald.
Im toten Holz explodiert recht bald
ein wirres Leben – unbemerkt,
das alles fördert und bestärkt.
Keller- Mauer- Zwergenasseln
totes Holz weiter zermasseln.
Käferlarven bohren Gänge
verdauen dort stets jede Menge.
Auch niedlich kleine Diskusschnecken
lassen vom Haufen sich was schmecken.
Auch rotes Fleisch ist hier nicht fern;
denn Würmer schleimen scheinbar gern
besonders hinter alter Rinde.
Dort lebt noch allerhand Gesinde,
das mehr als zwanzig Beine hat:
auch Tausendfüßer werden satt.
Die Kleinsten möcht ich nicht vergessen,
die einen Millimeter messen –
so ungefähr ist ihre Größe –
sie geben sich hier keine Blöße.
Springschwanzrudel, Milbenmeer
lieben Totholz um so mehr,
wenn andere es ihnen vorgekaut,
weil es sich dann recht gut verdaut.
Alle Tiere einzeln zu nennen,
die das Totholz so gut kennen,
sprengt beileibe jeden Rahmen.
Deshalb setz ich hier ein Amen.

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