Was bleibt dem Tier erspart?

Oster-EierWas bleibt dem Tier erspart?

Ein traurig Thema das belebt
nun grad die Osterzeit.
Am Osterei die Sünde klebt
im Kükenschredderstreit.
Es ist der helle Wahn,
was aus dem Ei uns schlüpft.
Ob Henne oder Hahn:
Ein Start ist gleich missglückt.
Möchten wir Eierleger,
sind Gockel ein Problem.
Grillen wir Leiber lieber,
sind Hennen nicht genehm.
Ein Massenmord gasunterstützt
befreit von falschen Tieren.
Denn alles, was uns nur nicht nützt,
muss beim Geschäft verlieren.
Der Tierschutz ist ewig empört –
möchte den Tod vermeiden.
Die Klage wurde überhört.
Kein Ende nahm das Leiden. Weiterlesen

Angekommen

NeuharlingersielAngekommen

Angekommen sind die Boote
Liegen nun am Anker fest.
Blaue Farben, grüne, rote
färben bunt dies Hafennest.
Auszufahren auf die Meere,
Fische fangen reich im Netz,
dass die Arbeit uns ernähre
und was bleibt – auch für den Rest.
Diese alten Krabbenschiffe
wirken fast wie Spielzeug schon.
Sind auch heut im Männergriffe –
für die Mühen wenig Lohn.
Jede Ausfahrt mehrt die Sorgen.
Wind und Wetter spielen mit.
Schwieriger wird jeder Morgen.
Nordsee ist nicht fischerfit.
Trügerisch scheint die Idylle.
schön verbrämt dies Ankerbild.
Diesem Ort fehlt fast die Stille
Winde blasen küstenwild. Weiterlesen

Explosion der Pollen

WeidenpollenExplosion der Pollen

Ein kleiner Gartenweidenbaum
wird jedes Jahr erneut zum Traum.
Ein paar Häuser weiter nur
wächst dieser Salix in Natur.
Die Knospen sprangen letzte Wochen.
Manch Silberschopf ist rausgekrochen,
hat Astwerk edelfein geschmückt.
Der Glanz der Härchen hat entzückt.
Doch dieses war nur Intermezzo
Es folgte bald ein Furioso.
Aus jedem Silberweidenkätzchen
sprangen wohl hundert gelbe Bätzchen:
Volle Säcke lang auf Stielen,
die mit Pollen mächtig dealen.
Weidenblüte explodiert –
Blütenstaub dabei verliert.
Was noch gestern Silberschimmer,
ist von heute golden immer.
Weht ein Windzug durch die Äste,
nicht zu schwach – auch nicht zu feste
löst sich wolkenhafter Staub:
Märzwind bläst zum Pollenraub. Weiterlesen

Blaues Wunder

VeilchenBlaues Wunder

Beim Nachbarn blühen ein paar Veilchen.
Ich stehe davor ein klein Weilchen
und staune richtig übers Kraut,
das fröhlich aus dem Gehweg schaut.
An sich hält Nachbar Wege rein.
Dort darf erst recht kein Unkraut sein.
Mal zupft er dieses aus dem Split –
mal nimmt er seine Spritze mit.
Beides das sorgt genau dafür,
dass nichts hier wächst über Gebühr.
Dies kleine Wunder in Veilchenblau
Ist ein Prinzipiensupergau.
Sonst darf nur sprießen, was er wünscht.
Jed falsches Blümlein wird gelyncht.
Mit spitzer Hacke, scharfem Messer
wird saubres Pflegebild bald besser.
Ist Störgewächs restlos entfernt,
dann wird vom Garten laut geschwärmt.
Wildblaue Veilchen neben der Straße
Erfreuen mich in höchstem Maße,
weil es das Bild vom Nachbarn knickt –
der sonst alles zu Tode zwickt. Weiterlesen

Blumengefühle

NarzissenBlumengefühle

Wenn Frühlingssonne Wärme macht,
Marienblümchen dazu lacht,
lässt seichter Wind die Lüfte hoffen,
bleibt Tulpenkelch besucheroffen.
Der Schneeglanz strahlt morgens so hell
Seine Blütenstiele wachsen schnell.
Zum Abend schließt sich manch Gesicht.
Des Mondes Blässe sehnt sie nicht.
Das Lungenkraut schaut eher bescheiden
will himmelblau sein Antlitz kleiden.
Doch altern seine Blütenblätter,
erscheint ein Lilarot dann später.
Sind Farben lauter stumme Sprachen –
oder sind Wohldüfte die Sachen,
über die Blumen kommunizieren –
dass Bienen den Verstand verlieren?
Verführerisch zur Blume drängt,
was oft die Taille eingezwängt.
Insekten schwärmen früh im Jahr
kommen den Narben dabei nah.
Wenn Pollenkorn dann überspringt,
Befruchtung wieder mal gelingt. Weiterlesen

Lenzrosen

LenzrosenblüteLenzrosen

Das blütenweiße Weihnachtskleid
zeigt im Märzen grüne Reste.
Der Christrosen wohl schönste Zeit
war um das Christkindfeste.
Die Blüte blinkte als Winterlicht
In den dunkelsten der Wochen.
Ihr fröhlich blankes Blühgesicht
hat Wintergriff gebrochen.
Die Christrose kennt bunte Schwestern.
Sie blühen nun mit großer Pracht.
Das feinste Weiß das ist von gestern.
Ein zartes Rosa ist erwacht.
Ganz üppig strahlen die Lenzrosen.
hier purpurhaft, dort violett.
Auch beige Töne sonnig posen –
locken mit Pollen Bienen nett.
Wie herrlich zeichnen diese Blüten
Kronblätter formen Kelche rund.
Staublätter sind wie schmale Tüten
Nektar glänzt am tiefen Grund. Weiterlesen

Quellfrischer Fingerzeig im Eckenbachtal

QuellschneckenQuellfrischer Fingerzeig im Eckenbachtal

Zehn kleine Schnecken kleben
an meinem Zeigefinger.
Seit Ewigkeiten leben
die klitzekleinen Dinger
in dieser Quelle nah am Rand
von einem Waldesstück.
Was ich dort sonst noch fand,
ist einfach Wasserglück.
Im tiefen Grund gekühlt
schüttet die Wasserspende.
Die kleine Welle spült
mir gerade nass die Hände.
In kalter Wasserstube
liegt brüchiges Gestein.
Am Rande eine Grube.
da suhlt schon mal ein Schwein.
Geäst in kurzen Trümmern
dazu noch Falllaubfracht
das Moos beginnt zu schimmern,
wenn Frühlingssonne lacht.
Hier plätschert leis das Leben –
schon tausend Jahre lang.
Seide zum Köcherweben
Netze zum Beutefang,
brauchen hier Köcherfliegen.
Die Strudelwürmer meiden Licht
Am glatten Stein sie schmiegen:
schwarze Leiber dicht an dicht. Weiterlesen

Aufbruchstimmung

SchneeglöckchenAufbruchstimmung

Mir war gerade heute so,
als wollt die Sonne Boden küssen.
Im Rasen leuchtet farbenfroh
ein durchgeblühtes Krokuskissen.
Die Hyazinth ins Freie streckt
ganz wuchtig grüne Blätter.
Im Innersten am Grund versteckt
ruht Blüte schon für später.
Drei Stare glänzen schillernd bunt
spöttteln hoch auf dem Dach.
Zur frühen Märzenmorgenstund
sind sie schon lange wach.
Zur Mittagszeit erwärmt die Sonne
manch zart gesprossten Trieb.
Ein Mückenschwarm in erster Wonne
kriegt sich beiom Tanzen lieb.
Bienen sind hastend voller Eile;
denn Pollen müssen her.
Sie hatten vor dem lange Weile.
Jetzt wird ihr Job bald schwer. Weiterlesen

Bienenschön

IrisblütenBienenschön

Nun fliegen sie wieder –
zwar lockt noch kein Flieder.
Doch auch die bunten Kroküsse
sind nun voller süßer Genüsse.
Auch die vielen Schneeglocken
können immer noch verlocken.
Der erste Nektar frühlingsfrisch
holt reichlich Bienen an den Tisch.
Wie wunderbar sind Irisblüten,
die ihren Pollen kunstvoll tüten
in Kronenblätter prachtgeschmückt,
was Apisfräulein sehr entzückt.
Sind Blumen eigentlich bienenschön?
Was sie auf ihren Reisen sehn,
ist eine Farbenflut an Reizen –
Blüten da wirklich selten geizen.
Wenn Grazie allein nicht reicht,
dann oftmals noch Parfüm entweicht.
Schönheit gepaart mit Sündenduft
die Biene in die Blüte ruft. Weiterlesen

Schattenspiele

WayangSchattenspiele

Schattenspiele
gibt es so viele.
Im rechten Lichte dazustehen
sich Sonnenseiten anzusehen,
das fällt nicht immer allzu leicht,
weil ja der Schatten selten weicht.
Im Vordergrund die Lichtgestalten
sie können sich nur dort entfalten,
wo sie im Focus sich befinden
möglichst viel Licht auf sich da binden.
Doch jeder Schein der wirft auch Schatten.
Was wir noch grad erhellt uns hatten,
das bildet hinten Nachkonturen,
aus Dunkelheit erzeugte Spuren.
Mit Fingern tanzten einst Gestalten –
Hände vor Lampen hoch zu halten
Das machte uns als Kindern Spaß –
Zu raten nur: Was war denn das? Weiterlesen