Ganz in Gold

Mutter GottesGanz in Gold

Maria strahlt im feinsten Gold
trägt gütig ihren Sohn im Arm.
Das Mutterglück erscheint uns hold
und Morgensonne macht sie warm.
Um beide Köpfe blinkt ein Schein –
soll Heiliges bedeuten.
Ganz nahe fließt vorbei der Main.
Er hört die Glocken läuten.
Hoch auf dem Kirchenschiff der Thron –
die Mutter Gottes auf dem Dach –
dies Szenario irritiert mich schon.
Erinnerungen werden wach.
Maria galt als Auserwählte,
die seltsam plötzlich schwanger ward.
Was ihren Leib göttlich beseelte,
blieb wundersam und sonderbar.
„Gegrüßet seist du, Maria, voller Gnade…“
wie oft gebetet wurde dieser Text.
Der Nachgeschmack ist heute fade.
Die Frömmigkeit war wie verhext.
„Maria breit den Mantel aus…“ –
war ständig letztes Sonntagslied.
Maria weilte in jedem Haus –
ehe sie in Vergessenheit geriet.
Der Kult um die gebärende Jungfrau
hat sich seit Jahren abgebaut.
Der Kirchenbesuch ist mehr als mau.
Die Welt ins Weltliche mehr schaut.
In Bamberg ist sie blank geputzt
Maria glänzt im schieren Gold.
Ob das zur Ehre etwas nutzt –
das andere Leben weiter rollt.

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