Auf die Reihe gekriegt

GemüsebeetAuf die Reihe gekriegt

So etwas kann Natur wohl nicht.
Der Gärtner bringt es jetzt ans Licht.
Schau ich auf mein Gemüsebeet,
dort alles in der Reihe steht.
Salat, Schwarzrettich, Ruccola
stehn allesamt gradlinig da.
Es ist und bleibt des Säers Wille –
im Alter meist mit Kurzsichtsbrille,
dass jedes Korn bekommt die Stelle
in exakt gezogener Bodenrille.
Der Gärtner liebt Gradlinigkeit.
Zum Wildwuchs ist er kaum bereit.
Zwischen Kulturen streng gereiht
das Unkraut kurz nur dort gedeiht.
Denn täglich droht hier die Attacke
mit scharf gemachter Gartenhacke.
Wüchse alles wie im Eden,
würden wir über Gärten
hier nicht reden.
Beim Kunterbunt aus allen Pflanzen
darf jede aus der Reihe tanzen.
Doch Garten Chaos streng besiegt,
weil man es auf die Reihe kriegt.
Garten streichelt Ordnungssinn.
Nüchternheit bringt auch Gewinn.
Arbeit lässt sich optimieren,
wenn wir Regeln akzeptieren.
Wenn ich vor dem Hochbeet stehe,
mein Gemüse vor mir sehe,
leb ich meine heile Welt –
solch ein Schema mir gefällt.
Draußen möchte ich Wildnis haben.
Nicht so bunt sind oft die Farben
wie in meinem Blumenbeet,
weil dort alles künstlich steht.
In den Wäldern, an den Bächen
find ich wundervolle Flächen,
wo Natur zusammen spielt –
diese Ordnung anders zielt.
So leb ich wohl in zwei Welten.
Andre Regeln jeweils gelten.
Wenn ich beides mir verbinde,
bin ich glücklich – wie ich finde.

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